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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/politik-strategien/ziele-der-bayerischen-agrar-forst-und-ernaehrungspolitik.html

Ziele der bayerischen Agrar-, Forst- und Ernährungspolitik

Die Zielsetzungen der Agrar-, Forst- und Ernährungspolitik werden einerseits von den Interessen der Sektoren Land- und Ernährungswirtschaft sowie Forst- und Holzwirtschaft und andererseits von der gesamten Gesellschaft bestimmt.

Gesamtgesellschaftliche Ziele

  • Erreichen eines nachhaltigen und gesunden Lebensstils durch eine bedarfsgerechte, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung;
  • Einbeziehung der Aspekte Nachhaltigkeit und Markttransparenz in der Ernährungsbildung und der Gemeinschaftsverpflegung;
  • Erhöhung der Wertschätzung von Lebensmitteln in privaten Haushalten und in der Gemeinschaftsverpflegung;
  • Verringerung der Lebensmittelverschwendung;
  • Bewusstsein schaffen für die Auswirkungen des eigenen Ernährungsverhaltens auf das Marktgeschehen (z. B. regionale Produkte, Direktvermarktung, Ökolandbau);
  • Einführung von Qualitätssicherung in der Ernährungsbildung und -information;
  • Unterstützung von Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung bei der Einführung von Qualitätsstandards;
  • Sicherung vitaler ländlicher Räume, die auch angesichts des demografischen Wandels ihre Funktionen in den Bereichen Arbeiten, Wohnen und Erholen nachhaltig erfüllen können;
  • Erzeugung vielfältiger, qualitativ hochwertiger und sicherer Lebensmittel mit Blick auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Bürgerinnen und Bürger;
  • Erhalt einer starken Land- und Ernährungswirtschaft und ihres hohen wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Stellenwertes im ländlichen Raum;
  • Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Landbewirtschaftung, Sicherung der Biodiversität, tiergerechte Haltungsverfahren sowie Pflege und Gestaltung einer attraktiven Kulturlandschaft, auch in den von der Natur benachteiligten Regionen, die v. a. für den Tourismus von besonderer Bedeutung sind;
  • Erhalt und Entwicklung von standortgemäßen, klimatoleranten, zukunftssicheren Wäldern, die eine nachhaltige multifunktionale Waldbewirtschaftung nach dem Motto „Schützen und Nutzen auf grundsätzlich ganzer Fläche“ ermöglichen;
  • Erhalt und Verbesserung der vielfältigen Funktionen der Wälder für die Gesellschaft, insbesondere Produktion des Rohstoffes Holz, wirtschaftliche Stärkung des ländlichen Raumes, Schutz vor Naturgefahren, Erholung für die Bürger sowie naturnaher Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten;
  • Verbesserung des Verständnisses in der Bevölkerung für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft.
     

Sektoral orientierte Ziele 

  • Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe im Wettbewerb durch verlässliche Rahmenbedingungen, die den Betriebsleitern die notwendigen unternehmerischen Entscheidungsspielräume für eigenverantwortliches Handeln belassen;
  • Sozialverträgliche Begleitung des Strukturwandels;
  • Stärkung bäuerlicher Unternehmen in ihrer multifunktionalen Ausrichtung, Erschließung zusätzlicher Einkommen für die Landwirte durch Diversifizierung;
  • Schaffung eines attraktiven Bildungsangebotes als Grundlage für fachlich und persönlich gut ausgebildete Landwirte, die bereit sind, die aktuellen Herausforderungen anzunehmen und Chancen am Markt zu erkennen und zu nutzen;
  • Stärkung der Innovationskraft der Land- und Forstwirtschaft, Ausbau der praxisnahen Forschung und Beschleunigung eines breiten Wissenstransfers in die Praxis;
  • dauerhafte Sicherung eines leistungsorientierten Honorierungssystems für die nicht marktfähigen Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft durch die EU;
  • Ausbau einer flächengebundenen, artgerechten Tierhaltung als wichtige Produktionsgrundlage für eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft;
  • Ausbau der energetischen und stofflichen Nutzung von Biomasse als wichtigen Beitrag der Landwirtschaft und Forstwirtschaft zur Schonung endlicher Ressourcen, Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen, als Beitrag zur Energie- und Rohstoffwende sowie Bewältigung des Klimawandels;
  • Sicherung einer vitalen Berglandwirtschaft auf wirtschaftlicher Grundlage, die ihre besonderen gesellschaftlichen Anforderungen, insbesondere im Bereich der Landschaftspflege, regionaltypischer Produkte und des Tourismus auch in Zukunft erfüllen kann;
  • Schaffung von Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige Ernährungswirtschaft, die auf regionalen sowie internationalen Märkten Erfolg hat einschließlich der Entwicklung von neuen Wertschöpfungsketten;
  • Stärkung der Marktkompetenz der Unternehmer/innen und Unterstützung der Betriebe bei der Entwicklung eines ausreichenden Risikomanagements;
  • Anpassung gefährdeter Fichten- und Kiefern-Reinbestände an den Klimawandel durch Waldumbau in klimatolerantere Mischwälder, davon rd. 200 000 ha bis 2030 im Privat- und Körperschaftswald.
  • Förderung der Holzverwendung als effizienteste Maßnahme zur Sicherung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und zur Schonung der Ressourcen sowie zur Sicherung von Arbeitsplätzen.