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Digitalisierung

Die Digitalisierung ist ein Megathema, das die Bereiche Leben, Wirtschaften und Arbeiten tiefgreifend und in hoher Geschwindigkeit verändert. Die bayerische Land- und Forstwirtschaft nutzt digitale Techniken bereits auf vielfältige Weise, um die Nutztiere besser zu betreuen, Düngung und Pflanzenschutzmittel gezielter auszubringen und die Produkte besser vermarkten zu können.

Digitalisierung ist also kein Selbstzweck sondern Werkzeug zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, der Arbeitsbedingungen und der Umweltbilanz der Land- und Forstwirtschaft. Damit soll die Digitalisierung auch einen Beitrag zu einer größeren Akzeptanz der Land- und Forstwirtschaft innerhalb der Gesellschaft leisten.

Zentrales Anliegen der bayerischen Agrar-, Forst- und Ernährungspolitik ist es, die relativ kleinstrukturierte bayerische Land- und Forstwirtschaft an den rasanten Entwicklungen der Digitalisierung teilhaben zu lassen, damit sie wettbewerbsfähig und zukunftsfähig bleiben kann. Niemand soll zurückgelassen und die Chancen der Digitalisierung möglichst allen Betrieben eröffnet werden.

Der Startschuss für die Umsetzung dieses Anliegens wurde mit der Verabschiedung des Masterplans BAYERN DIGITAL II im Mai 2017 durch den bayerischen Ministerrat gegeben. Daraus leitet sich ein umfangreiches Digitalisierungsprogramm für Land- und Forstwirtschaft sowie für den Ernährungsbereich ab, das unter anderem folgende Maßnahmen enthält:

  • Aufbau und Betrieb eines Digitalisierungszentrums in Ruhstorf mit einem Bauernhof der Zukunft („Future Farm“), auf dem unter anderem die angebotenen digitalen Lösungen für die bayerische Landwirtschaft neutral analysiert und auf ihre Praxistauglichkeit hin erprobt werden; außerdem soll ein digitales Landmodells zur Bewertung von Ökosystemeffekten sowie ein offenes Technologielabor zur Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft geschaffen werden;
  • Förderanreize und Anschubfinanzierungen für den Einsatz von Smart-Farming-Technologien im Rahmen des „Bayerischen Sonderprogrammes Landwirtschaft Digital (BaySL-Digital)“, z. B. Agrarsoftware, Nahinfrarot-Technologie bei der Gülleausbringung, Hackroboter und Hackgeräte sowie Sensoren zur Gesundheitsüberwachung von Nutztieren;
  • Innovationsförderung im Bereich Datenvernetzung und -durchgängigkeit über eine sogenannte „Themenplattform Landmanagement“, die am Zentrum Digitalisierung Bayern angesiedelt ist und die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft intensivieren soll;
  • die Bildungsoffensive Digitalisierung, die sich zum einen an die Lehrkräfte an den land- und hauswirtschaftlichen Fachschulen und den Berufsnachwuchs richtet, zum anderen auch schon länger im Berufsleben stehende Personen als Zielgruppe hat;
  • ein Ernährungsportal zur Vermittlung von zielgruppenspezifischem und personalisiertem Ernährungswissen.

Digitalisierung wird einen gewaltigen Technologiesprung im ländlichen Raum bewirken. Voraussetzung für eine breite Nutzung digitaler Technologien ist allerdings der Ausbau von hochleistungsfähigen Breitbandzugängen und der 5G-Technologie im Mobilfunk, flächendeckend im ländlichen Raum.