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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/ernaehrung/ernaehrungsbildung.html

Ernährungsbildung

Ernährungsbildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie beginnt von klein auf in der Familie und setzt sich fort in den Betreuungseinrichtungen für Kinder, in den Schulen und später in der Erwachsenenbildung.

Die Ernährungsbildung in Bayern setzt ihren Schwerpunkt auf junge Eltern/Familien mit Kindern bis zu sechs Jahren, die im Modellprojekt erprobten Zielgruppen Generation 55plus und Frauen in der Schwangerschaft. Die Allgemeinbevölkerung findet neutrale und unabhängige Informationen zu Ernährungsfragen bei

Diese Bildungsangebote werden vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) gefördert.

Netzwerk „Junge Eltern/Familien“ flächendeckend an allen 47 ÄELF

Kinder von klein auf an eine gesunde Ernährung heranzuführen und zu mehr Bewegung zu motivieren, ist Ziel des Netzwerkes „Junge Eltern und Familien“. Es vereint Akteure und Multiplikatoren, um koordiniert im Lebensumfeld der Familien ansetzen zu können. Dieses Bildungsangebot erreicht alle sozialen Schichten einschließlich Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund.

Mit mehr als 1 800 Maßnahmen für Eltern in den Bereichen Ernährung und Bewegung, die im Jahr 2017 veranstaltet wurden, hat sich das vielfältige und praxisnahe Bildungsangebot in der Region etabliert.

Anzahl der Maßnahmen „Junge Eltern/Familien“ in Themenbereichen (N = 1 853) – Schaubild 1 in höherer Auflösung

 

Im Jahr 2017 nahmen ca. 17 000 erwachsene Teilnehmer an den Veranstaltungen teil.

Die unterstützenden Fotobroschüren zur Säuglingsernährung sowie zur Kleinkindernährung zeigen eine konstant hohe Nachfrage von inzwischen knapp 130 000 abgerufenen Exemplaren. Dies verdeutlicht, dass die Publikation mit nahezu textfreier Gestaltung eine echte Wissenslücke schließt. Davon profitieren auch Multiplikatoren wie Hebammen, Kinderärzte, Geburtskliniken oder Bildungseinrichtungen in Bayern.

Das zum Kindergartenjahr 2014/15 flächendeckend eingeführte Angebot „Gesund und fit im Kinder-Alltag – Sechs Wege zur kindgerechten Ernährung und Bewegung“ richtet sich an Familien mit Kindern von drei bis sechs Jahren. Das Bildungsangebot für Eltern mit Kita-Kindern baut auf den bestehenden Angeboten für die jungen Familien auf und sorgt so bis zur Einschulung für eine durchgängige Ernährungsbildung und Förderung der Alltagsbewegung. Konkret nahmen 18 028 Eltern und 19 073 Kinder an insgesamt 860 Maßnahmen an 167 bayerischen Kitas teil (Kindergartenjahr 2016/17). Die Teilnehmerzahl erhöhte sich um 4 % im Vergleich zum letzten Berichtszeitraum 2014/15.

Anzahl der durchgeführten Angebote im Kindergartenjahr 2016/17 (N = 860) – Schaubild 2 in höherer Auflösung

 

Ernährungshandwerk erleben – Lebensmittel begreifen

Das Ernährungsbildungsangebot „Ernährung macht Schule – Ernährungshandwerk erleben – Lebensmittel begreifen“ wurde als Pilotprojekt für die Zielgruppe Real- und Mittelschüler, Klasse sieben bis neun im Regierungsbezirk Oberfranken im Jahr 2016 erprobt. Die Schüler erhielten Einblick in die Herstellung bayerischer Spezialitäten beim Ernährungshandwerker und lernten Lebensmittel mit verschiedenen Facetten neu kennen. Dazu dienten die vom Kompetenzzentrum für Ernährung erarbeiteten Unterrichtsmaterialien, die Umsetzung durch die Lehrkraft und der Besuch beim Ernährungshandwerker (im Schwerpunkt Bäcker, Konditoren und Metzger) vor Ort. Insgesamt wurden rd. 100 Schüler mit ihren Lehrern im Modellprojekt erreicht. Mit Start des Schuljahres 2017/18 erfolgt die bayernweite Umsetzung mit Unterstützung jeweils eines Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten pro Regierungsbezirk.

Netzwerk "Generation 55plus – Ernährung und Bewegung"

Das Netzwerk "Generation 55plus-Ernährung und Bewegung“ zielt darauf ab, Menschen in der zweiten Lebenshälfte Anregungen für die Umsetzung eines gesunden Lebensstils zu geben. Das Angebot wurde im Jahr 2017 auf zehn Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ausgeweitet.

Lebensmittel wertschätzen – Lebensmittelverluste vermeiden

Insgesamt beträgt das Vermeidungspotential für Lebensmittelverluste in Bayern 1,3 Mio. Tonnen. Mit dem im Oktober 2016 mit 38 Partnern initiierten Bündnis „Wir retten Lebensmittel!“ sollen 17 konkrete Maßnahmen bis Ende 2018 umgesetzt werden. Mit zwischenzeitlich über 50 Teilnehmern ist das Bündnis zudem Plattform für den Austausch und die Entstehung neuer Initiativen zwischen den Bündnisteilnehmern. Neben Forschungsprojekten für eine fortlaufende Erfassung von Lebensmittelverlusten oder die Entwicklung eines Verzehrsindikators wurden im Jahr 2017 bereits erste Maßnahmen in die Pilotphase übergeführt. So wurden Unterrichtsmaterialien für Grundschüler zur Sensibilisierung im Umgang mit Lebensmitteln erarbeitet und in zehn Schulklassen getestet.

Bedeutung von Information auf der Verpackung für die Kaufentscheidung – Anteil der befragten Verbraucher (N = 1 010) – Schaubild 3 in höherer Auflösung

 

In einem Pilotprojekt wurde zum besseren Verständnis des Mindesthaltbarkeitsdatums ein erklärender Text direkt auf die Verpackung bei Milchprodukten aufgebracht und die Wirkung bei Verbrauchern in rd. 400 Filialen des Lebensmitteleinzelhandels getestet.