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Vermögen und Finanzierung

Das vorhandene Vermögen und dessen Finanzierung durch eigenes und fremdes Kapital, vor allem aber die jährliche Eigenkapitalbildung, bestimmen die Stabilität der Betriebe sowie deren Existenz- und Entwicklungsfähigkeit.

Mit 17 % Fremdkapital und 83 % Eigenkapital ist die Kapitalstruktur der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Bayern vergleichsweise positiv.

Vermögen, Verbindlichkeiten und Eigenkapitalbildung

MerkmalEinheitWirtschaftsjahr 2015/2016 Wirtschaftsjahr 2016/2017
Vermögen1)
Boden€/Unternehmen605.478605.478
Wirtschaftsgebäude, bauliche Anlagen€/Unternehmen117.045117.045
Technische Anlagen und Maschinen€/Unternehmen113.764113.764
Tiervermögen€/Unternehmen48.49948.499
Umlaufvermögen€/Unternehmen58.84566.901
Insgesamt2)€/Unternehmen991.963991.963
Verbindlichkeiten1)3)
Langfristige Verbindlichkeiten€/Unternehmen82.21785.337
Kurzfristige Verbindlichkeiten€/Unternehmen40.76442.575
Verbindlichkeiten insgesamt€/Unternehmen148.975155.265
Eigenkapital
Eigenkapitalanteil% des Vermögens83,683,4
Eigenkapitalveränderung€/Unternehmen(1.012)12.021
Eigenkapitalveränderung bereinigt4)€/Unternehmer–1.14411.613

1) Bei den Bilanzwerten sind jeweils die Daten der Schlussbilanz ausgewiesen.

2) Einschließlich Vorrätevermögen.

3) Wegen des überproportionalen Anteils geförderter Betriebe ist die Repräsentanz der Bilanzwerte etwas eingeschränkt.

4) Bereinigt um Entnahmen zur Bildung von Privatvermögen und Einlagen aus Privatvermögen.

Erfahrungsgemäß benötigen als Familienbetriebe organisierte Haupterwerbsbetriebe jährlich rd. 8.000 bis 10.000 € zusätzliches Eigenkapital, damit sie auf längere Sicht in ihren Unternehmen betriebliches Wachstum im notwendigen Umfang realisieren können. Im WJ 2016/2017 überschritt die Eigenkapitalveränderung mit durchschnittlich 11.613 € je Unternehmen den Sollwert.

Es ist für die Inhaber von Einzelunternehmen kennzeichnend, dass sie bedeutende Eigenkapitaleinsätze in ihren Betrieben oft erst nach mehrjährigen Phasen der Unternehmensstabilisierung tätigen. Der Anreiz für den Einsatz eigener Finanz- und Sachmittel ist hoch, wenn – bei guten Renditeaussichten in einzelnen Betriebszweigen – Kapazitätserweiterungen anstehen oder veraltete Anlagen im Betrieb saniert werden müssen und es dann zu arbeitswirtschaftlichen Verbesserungen im Betrieb kommt.

Die Eigenkapitaleinsätze der Landwirtsfamilien sind keineswegs nur auf den landwirtschaftlichen Betrieb beschränkt. Oft führen Landwirte (oder ihre Ehepartner) in Ergänzung zum landwirtschaftlichen Betrieb noch andere Betriebe, etwa Gewerbebetriebe zur Energieerzeugung (z. B. Photovoltaikanlagen), Gästebeherbergung oder für den Direktabsatz ihrer Erzeugnisse. Auch dort sind Kapitaleinsätze erforderlich. Eigene Finanzmittel verwenden die Landwirte auch für ihre finanzielle Absicherung im Alter und die Abfindung weichender Erben.

Die Einkommenssituation der Landwirte hat auch Auswirkungen auf deren Investitionsverhalten. Die Nettoinvestitionen zeigen die durchschnittliche Vergrößerung des Realkapitalbestandes der Betriebe. Die Nettoinvestitionen lagen im WJ 2016/2017 bei durchschnittlich 8.697 € je Unternehmen (+2 %). Gegenüber dem Vorjahr wurden die Investitionen zu einem deutlich höheren Anteil aus Eigenmitteln finanziert.

Investitionen und Finanzierung

Merkmal2015/2016 (€/Unternehmen)2015/2016 (%)2016/2017 (€/Unternehmen)2016/2017 (%)
Bruttoinvestitionen
Boden4.41210,007.54115,30
Wirtschaftsgebäude, bauliche Anlagen3.6928,353.1036,31
Technische Anlagen und Maschinen16.40637,0919.07338,80
Sonstiges Anlagevermögen16.14836,5115.71631,97
Bestandsmehrung Tiere2.0544,642.0704,21
Bestandsmehrung Vorräte1.5153,421.6573,37
Bruttoinvestitionen44.22810049.160100
davon Nettoinvestitionen1)8.48519,198.69717,69
Finanzierung
Abschreibungen und Abgänge, sonst. Eigenmittel2)36.37282,2052.539106,90
Fremdkapital3)7.85518,00–3.378–6,90
Insgesamt44.22810049.160100

1) Bruttoinvestitionen abzüglich Abschreibungen und Anlageabgänge.

2) Veränderung des Eigenkapitals und der Sonderposten.

3) Einschließlich Veränderung des Finanzumlaufvermögens.