Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/verbundberatung-landwirtschaft.html

Verbundberatung in der Landwirtschaft

In Umsetzung des Bayerischen Agrarwirtschaftsgesetzes erfolgt die produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Beratung in der Landwirtschaft im Verbund von staatlicher Beratung und anerkannten nichtstaatlichen Anbietern.

Die staatliche Landwirtschaftsberatung behält ihre Kompetenzen für die gemeinwohlorientierten Bereiche und den Verwaltungsvollzug sowie Kernkompetenzen in allen produktionstechnischen und verfahrensökonomischen Fragen.

Die Fachzentren an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) bearbeiten je nach fachlicher Ausrichtung u. a. folgende Bereiche:

  • Koordination und Unterstützung der Verbundpartner
  • Erstellung überregionaler Konzepte (z. B. Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel)
  • Aufbau und Leitung von projektbezogenen Arbeitskreisen, Netzwerken und Pilotprojekten
  • Entwicklung und Umsetzung von überregionalen Beratungsaussagen und Qualifizierungsmodulen
  • Wissensgenerierung und -transfer zwischen den Hochschulen, den Landesanstalten und den Landwirten.

Die anerkannten Beratungsanbieter (Verbundpartner) beraten vorwiegend den Einzelbetrieb und bieten weitergehende Serviceleistungen an. Die staatliche Beratung ergänzt das nichtstaatliche Beratungsangebot z. B. durch Bereitstellung von Fachinformationen und Informationsveranstaltungen und bleibt weiterhin kostenfrei. Ziel ist es, den Landwirten flächendeckend ein kompetentes, neutrales und kostengünstiges Beratungsangebot zur Verfügung zu stellen.

Als Verbundpartner sind anerkannt:

  • Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e. V. (LKP)
  • Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V. (LKV) für den Bereich Fleischerzeugung
  • LKV Beratungsgesellschaft mbH für den Bereich Milchviehhaltung
  • Buchstelle des Bayerischen Bauernverbandes GmbH
  • Landwirtschaftlicher Buchführungsdienst GmbH (LBD) (Buchstelle)
  • Kuratorium Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe e. V. (KBM)
  • BBV- LandSiedlung GmbH (BLS)
  • Fink Verbundberatung Pferdehaltung.

Die Verbundberatung umfasst die Beratung in den folgenden Beratungsfeldern (Beratungsmodule):

  • Fütterung, Milchvieh, Jungvieh und Kälber (LKV)
  • Produktionstechnik Ferkelerzeugung (LKV)
  • Produktionstechnik Schweinemast (LKV)
  • Produktionstechnik Rindermast (LKV)
  • Stallklimaberatung (LKV)
  • Anpaarungsberatung in Milchviehherden (LKV)
  • AMS-Beratung (Automatische Melksysteme, LKV)
  • Qualitätsmilchberatung (LKV)
  • Produktionstechnik Ökologischer Landbau (LKP)
  • Produktionstechnik Pflanzenbau (LKP)
  • Produktionstechnik Gartenbau (LKP)
  • Produktionstechnik Ökologischer Gartenbau (LKP)
  • Produktionstechnik Obstbau (LKP)
  • Produktionstechnik Hopfenbau (LKP)
  • Produktionstechnik Weinbau (LKP)
  • Landwirtschaftliches Bauen (BLS, Fink)
  • Betriebszweigauswertung (anerkannte Buchstellen)
  • Betriebsorganisation und Arbeitswirtschaft (KBM, Fink).

Der Umfang der von den Landwirten nachgefragten Beratungsleistungen entwickelt sich unterschiedlich. Während die Nachfrage nach einzelbetrieblicher Beratung z. T. rückläufig ist, steigt die Anzahl der durchgeführten Workshops beständig an. Durch die Förderung von Workshops und Arbeitskreisen werden Impulse für moderne, teilnehmerorientierte Gruppenberatungsformate gesetzt, die vor allem vom LKV und KBM sehr gut umgesetzt werden. Im Bereich der Tierhaltung hat sich das Themenspektrum stark erweitert und stößt auf rege Nachfrage.

Das LKP bietet neben den o. g. einzelbetrieblichen produktionstechnischen Beratungsmodulen in Abstimmung und Zusammenarbeit mit der staatlichen Beratung weitere staatlich geförderte Beratungsleistungen (z. B. Telefonhotline, Felder- und Weinbergbegehungen).

Die einzelbetrieblichen Beratungsleistungen der nichtstaatlichen Anbieter werden mit einer Pauschale von bis zu 45 € je Beratungsstunde gefördert.

Seit dem 1. Januar 2017 wurde die sog. „produktionstechnische Orientierungsberatung“ neu in die Beratungsförderung aufgenommen. Sie ermöglicht Betrieben, die an einer Umstellung auf ökologischen Landbau interessiert sind, eine produktionstechnische Einzelberatung in Spezialbetriebszweigen.

Landwirtschaftliche Bauberatung

Die staatlichen Baufachberater werden durch den Verbundpartner BBV LandSiedlung unterstützt. Regelmäßige Fortbildungen und eine enge Zusammenarbeit mit den Architekten der ÄELF gewährleisten ein qualifiziertes Beratungsangebot des Verbundpartners. Auf die frühzeitige Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben in den Bereichen Tier-, Gewässer- und Umweltschutz wird dabei besonderer Wert gelegt. Großes Interesse seitens der Landwirte besteht derzeit an der Modernisierung von Tierhaltungssystemen zur Steigerung des Tierwohls. Die zunehmende Bereitschaft der Betriebe zur Umstellung auf ökologischen Landbau erfordert meist auch eine bauliche Anpassung vorhandener Ställe. Dies verstärkt die Beratungsnachfrage ebenso.

Die sinkende Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber Stallneubauten verlangt besonders in der Planungsphase eine fachkundige Beratung, um mögliche Konfliktsituationen frühzeitig zu erkennen und Lösungsalternativen zu entwickeln. Die Prüfung vorgesehener Standorte für Tierhaltungsanlagen auf ihre immissionsschutzrechtliche Eignung ist ein weiterer Schwerpunkt in der Bauberatung. Die Ergebnisse fließen in die baurechtlichen Stellungnahmen der ÄELF im Baugenehmigungsverfahren ein.

Sonstige Beratungsangebote

Wasserberater zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie

Als rein staatliches Beratungsangebot arbeiten seit Oktober 2009 speziell geschulte Wasserberater an ausgewählten ÄELF zur Unterstützung der Landwirte bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, vgl. Gewässerschutz. Die vorhandenen Beratungskapazitäten für die Wasserberatung wurden 2017 auf 26 Voll-Arbeitskräfte verdoppelt.

Wildlebensraumberatung

Informationen zur den Wildlebensraumberatern finden Sie hier.