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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/soziostrukturelle-verhaeltnisse.html

Soziostrukturelle Verhältnisse

Hinweis:
Durch die Anhebung der Erfassungsgrenzen werden kleinere Betriebe unter 5 ha LF, die in der Regel im Nebenerwerb bewirtschaftet werden, in der amtlichen Statistik nicht mehr erfasst. Um die tatsächlichen Verhältnisse in Bayern realistisch abzubilden, werden im Folgenden teilweise Verwaltungsdaten dargestellt (Mehrfachantragsteller ab 1 ha LF).

Ein Haupterwerbsbetrieb liegt nach Mehrfachantrag vor, wenn mindestens 0,75 Arbeitskräfte im Betrieb beschäftigt sind und mindestens 50 % des Gesamteinkommens aus dem Betrieb erwirtschaftet werden oder wenn mindestens 1,5 Arbeitskräfte im Betrieb beschäftigt sind.

Demnach wurden im Jahr 2017 rd. 41 800 Haupterwerbs- (HE-) und rd. 64 900 Nebenerwerbsbetriebe (NE-Betriebe) gezählt (vgl. Tabelle). Der Anteil der HE-Betriebe beträgt rd. 39 %, der der NE-Betriebe rd. 61 %.

Entwicklung der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe 2000 bis 2017
(Anteil in % an allen landwirtschaftlichen Betrieben; Mehrfachantragsteller)  – Schaubild 15 in höherer Auflösung

 

Betriebswirtschaftliche Ausrichtung (Betriebe ab 5 ha; Agrarstrukturerhebung 2016)

Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung wird nach dem von der EU vorgegebenen EU-Klassifizierungssystem durchgeführt. Dabei wird unterschieden in sogenannte spezialisierte Betriebe und in Gemischtbetriebe (Verbundbetriebe).

Spezialisierte Betriebe unterteilen sich in Betriebe mit Schwerpunkt

  • Ackerbau,
  • Gartenbau,
  • Dauerkulturen (u. a. Baum- und Beerenobst, Weinbau),
  • Futterbau,
  • Veredelung.

Die Gemischtbetriebe (Verbundbetriebe) werden untergliedert in

  • Pflanzenbauverbundbetriebe (z. B. kombiniert aus Ackerbau und Gartenbau),
  • Viehhaltungsverbundbetriebe (kombiniert aus Futterbau und Veredelung),
  • Betriebe mit der Kombination Pflanzenbau und Viehhaltung (Betriebe, die aufgrund ihrer geringen Spezialisierung nicht den o. g. Klassen zugeordnet werden können).

Für die betriebswirtschaftliche Ausrichtung werden die landwirtschaftlichen Betriebe entsprechend dem Anteil des Standardoutputs eingestuft.

Landwirtschaftliche Betriebe in Bayern 2016 nach betriebswirtschaftlicher Ausrichtung und sozialökonomischer Klassifikation*

SozialökonomikLandwirtschaftliche Betriebe insgesamtdavon Spezialisierter Ackerbaubetrieb davon Spezialisierter Gartenbaubetrieb davon Spezialisierter Dauerkulturbetriebdavon Spezialisierter Futterbaubetriebdavon Spezialisierter Veredelungsbetriebdavon Pflanzenbau- verbundbetriebdavon Viehhaltungs- verbundbetriebdavon Pflanzenbau-Viehhaltungsbetrieb
Betriebe Anzahl
Juristische Personen und Personengemeinschaften5.5301.1841711592.73357157148507
Einzelunternehmen84.63230.0397591.72940.9712.3225651.2277.020
Haupterwerb1)40.1308.01064067024.7101.720 .5903.600
Nebenerwerb1)44.63022.27016098016.230660 . .3.380
Zusammen90.16231.2239301.88843.7042.8936221.3757.527
Anteil an Betrieben insgesamt in %100,034,61,02,148,53,20,71,58,3
Landwirtschaftlich genutzte Fläche in Hektar
Juristische Personen und Personengemeinschaften408.20795.9162.0682.348207.74725.3055.22013.26156.342
Einzelunternehmen2.717.159836.1315.35010.9701.373.284104.93116.94347.277322.273
Haupterwerb1)1.870.500414.800 .6.4001.071.00090.100 .32.400241.800
Nebenerwerb1)878.500422.500 . .319.10017.400 . .94.700
Zusammen3.125.365932.0467.41913.3181.581.031130.23622.16260.538378.615
Anteil an Betrieben insgesamt in %100,029,80,20,450,64,20,71,912,1
Durchschnittliche Betriebsgröße in Hektar
Juristische Personen und Personengemeinschaften73,881,012,114,876,044,391,689,6111,1
Einzelunternehmen32,127,87,06,333,545,230,038,545,9
Haupterwerb1)46,651,8 .9,643,352,4 .54,967,2
Nebenerwerb1)19,719,0 . .19,726,4 . .28,0
Zusammen34,729,98,07,136,245,035,644,050,3

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik (LfStat), Agrarstrukturerhebung 2016

* Für die betriebswirtschaftliche Ausrichtung werden die landwirtschaftlichen Betriebe entsprechend dem Anteil des Standardoutputs, der sich für die einzelnen Produktionsschwerpunkte am gesamten Standardoutput des Betriebes ergibt, eingestuft. Diese Betriebstypisierung erfolgt in Anlehnung an Verordnung (EG) Nr. 1242/2008.

1) Diese Merkmale können nur repräsentativ ausgewiesen werden. Die Einteilung in Haupt- und Nebenerwerb wird auf der Grundlage der Frage ermittelt, ob das Jahresnettoeinkommen aus dem landwirtschaftlichen Betrieb oder aus außerbetrieblichen Quellen höher war.

( . ) = Werte statistisch nicht gesichert.