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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/rinder.html

Rinder

Bayern ist mit 3,1 Mio. (25 %) von 12,3 Mio. Rindern in Deutschland nach wie vor das Rinderland Nummer eins in Deutschland. Im Jahr 2017 wurden 7,8 Mio. Tonnen Milch von bayerischen Erzeugern an Molkereien und Milchsammelstellen angeliefert sowie rd. 290 000 Tonnen Rind- und Kalbfleisch erzeugt.

Der Strukturwandel hat sich im Berichtszeitraum weiter fortgesetzt. Im 2-Jahreszeitraum von November 2015 bis November 2017 gaben rd. 9 % der Betriebe die Milchviehhaltung auf. Die Zahl der Milchkühe nahm im gleichen Zeitraum nur um 2 % ab. Von 1999 bis 2017 ging die Zahl der Milchkuhhalter um rd. 50 %, die der Milchkühe um 17 % zurück, ohne Rückgang der Milcherzeugungsmenge.

Der bayerische Durchschnittskuhbestand lag im November 2017 bei 39 Kühen je Betrieb (Deutschland: Ø 64 Kühe).

Entwicklung der Rinder- und Milchkuhhaltung in Bayern

JahrBestand 1.000Bestand %-Anteil am BundHalter 1.000Halter %-Anteil am BundDurchschnittsbestand Stück
Rinder insgesamt
19704.32327816
19804.94219426
19904.81424,713835
19991)4.05027,38937,646
20082)3.42726,46333,555
20103.35026,45833,457
20123.25226,05433,560
20143.23225,45032,664
20153.20525,44932,466
20163.17925,54732,367
20173.13425,54631,968
Milchkühe
19701.9272667
19801.98617511
19901.80928,511915
19991)1.45432,06844,422
20082)1.25729,74545,528
20101.24429,74245,830
20121.21929,13845,832
20141.21628,33545,935
20151.20828,23446,036
20161.19828,43246,437
20171.18528,23046,339

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik (LfStat)

1) Viehzählung jeweils 3. Mai.

2) Ab 2008 HIT-basiert, jeweils 3. November, eingeschränkte Vergleichbarkeit mit den Vorjahren.

Der größte Anteil der bayerischen Milchkühe (42 %) stand 2017 in Beständen von 50 bis 99 Kühen. Die Zahl der Milchkühe in Herdengrößen über 100 Tieren stieg im Berichtszeitraum von 12 % auf 16 % an.

Milchkuhhalter und Zahl der Milchkühe nach Bestandsgrößen*

Bestandsgrößen von ... bis ... (Stück)Zahl der Betriebe 2016Zahl der Betriebe 2017Zahl der Tiere 2016Zahl der Tiere 2017
Anzahl der Betriebe bzw. Tiere
1 – 94.2504.08821.36619.950
10 – 195.8595.25986.01276.893
20 – 4913.51412.487433.619402.269
50 – 997.1977.261487.992495.402
100 oder mehr1.2491.394169.408190.793
Bayern32.06930.4891.198.3971.185.307
%-Anteile
1 – 913,313,41,81,7
10 – 1918,317,27,26,5
20 – 4942,14136,233,9
50 – 9922,423,840,741,8
100 oder mehr3,94,614,116,1
Bayern100100100100

Quelle: LfStat

*Stand jeweils 3. November.

In den Milchviehbetrieben nimmt die Laufstallhaltung erfreulicherweise weiterhin zu. Datenauswertungen des Landeskuratoriums der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V. (LKV) zufolge stieg der Anteil in LKV-Laufstallbetrieben gehaltener Kühe von rd. 60 % im Jahr 2011 auf 75 % in 2017.

Die Mutterkuhhaltung wird durchwegs mit Weidewirtschaft betrieben und zeichnet sich durch eine große Rassevielfalt aus. Als besonders umwelt- und tiergerechte Haltungsform sichert sie die Grünlandnutzung auch auf ungünstigen Standorten. Nach dem Ergebnis der Viehzählung vom 3. November 2017 wurden 69 964 Mutterkühe (= „sonstige Kühe“) in 7 605 Betrieben gehalten. Die durchschnittliche Bestandsgröße liegt unverändert bei rd. 9 Kühen je Betrieb.

Im Jahr 2017 wurden in Bayern 330 040 männliche Rinder (ab 8 Monaten) gehalten. Dies waren rd. 4 000 Tiere weniger als noch zwei Jahre zuvor.

Informationen zu den Märkten für Milch und Rindfleisch finden Sie hier.

Darüber hinaus erfasste das LKV auch 2017 für die Rinderhaltung im Rahmen der Qualitäts- und Leistungsprüfungen zahlreiche produktionstechnische Daten.

Die Zuchtprogramme der in Bayern gehaltenen Rinderrassen werden von den Zuchtverbänden in Zusammenarbeit mit den Besamungsstationen, dem LKV und der staatlichen Beratung entwickelt und durchgeführt. Ziel der Zuchtprogramme ist es, die genetische Leistungsveranlagung zu verbessern und dadurch den wirtschaftlichen Erfolg der Rinderhaltung zu sichern. Zur Gewährleistung des Zuchtfortschritts werden neben der künstlichen Besamung auch andere biotechnische Methoden, wie z. B. der Embryotransfer, angewandt.

Im Jahr 2017 wurden mehr Zuchtrinder exportiert als im Vorjahr. Die Tiere gingen in 34 verschiedene Länder, was einem Exportanteil von über 46 % entspricht. Hauptabnehmerländer waren die Türkei (20 800), Usbekistan (931) sowie Kasachstan (526).

Viehabsatz durch bayerische Zuchtverbände

JahrVerkaufte Tiere1)Umsatz in Mio. €
1990222.822124,5
2000244.602122,6
2010257.089128,8
2011266.925142,2
2012269.838160,9
2013271.876159,5
2014279.013152,6
2015286.736169,5
2016293.308171,1
2017296.326180,1

1) Einschließlich Zucht-/ Nutzkälber.

Entwicklung des Zuchtviehexportes

JahrAnzahl exportierte Tiere%1)
19702.43010,3
19803.1038,5
19909.19322,9
200011.15231,0
20109.34927,5
201114.97536,2
201211.63530,9
20139.57626,8
201410.63926,3
201515.45627,1
201617.30336,6
201725.44146,5

1) Anteil exportierter Tiere an allen verkauften Tieren (ohne Kälber).