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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/oekologischer-landbau.html

Ökologischer Landbau

Der ökologische Landbau ist mit seinem gesamtbetrieblichen und an geschlossenen Kreisläufen orientierten Ansatz eine besonders nachhaltige Form der Landbewirtschaftung. Er trägt durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel in besonderer Weise zur Schonung der Umwelt, zur Erhaltung von natürlichen Ressourcen, zur Sicherung der Biodiversität sowie zum Klimaschutz bei. Prioritäre Grundlage zur Erzeugung von Futter- und Nährstoffen ist der eigene Betrieb. Die Bodenfruchtbarkeit wird durch konsequenten Humusaufbau, insbesondere durch den Anbau von Leguminosen erhalten bzw. verbessert. Ein weiteres zentrales Anliegen ist die besonders tiergerechte Nutztierhaltung.

Der Freistaat Bayern ist mit rd. 9 200 Betrieben, die über 300 000 ha Öko-Fläche bewirtschaften, und über 3 100 Verarbeitern Deutschlands bedeutendstes Öko-Land.

Ökologischer Landbau in Bayern (nach EG-Öko-Verordnung)

MerkmalEinheitWirtschaftsjahr 2014Wirtschaftsjahr 2015Wirtschaftsjahr 2016Wirtschaftsjahr 20171)
BetriebeAnzahl6.7837.3968.4149.073
Flächeha LF2)214.040239.575277.523295.469
Durchschnittliche Betriebsgrößeha LF31,632,432,932,6

Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

1) Vorläufig.

2) Landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Betriebs- und Flächenentwicklung im ökologischen Landbau (nach Verbänden)

VerbändeBetriebe 2016ha LF 2016Betriebe 2017ha LF 2017
Bioland2.25789.4052.45698.446
Naturland2.20282.7612.44493.233
Demeter42715.34543315.876
Biokreis84129.49588831.690
Insgesamt5.727217.0066.221239.245

Quelle: Landesvereinigung für Ökologischen Landbau e. V. (LVÖ)

Jeweils der Stand am 31.12. des Jahres.

Um die heimische Ökoproduktion bis 2020 zu verdoppeln, wurde im Jahr 2012 das Landesprogramm BioRegio Bayern 2020 gestartet. Neben der Förderung des ökologischen Landbaus konnten damit weitere wichtige Weichen gestellt werden:

Bildung

  • Die beiden bayerischen Fachschulen für Ökolandbau in Landshut und Weilheim qualifizieren für den Beruf als landwirtschaftlicher Unternehmer und Betriebsleiter.
  • An den Akademien für Ökologischen Landbau in Bamberg sowie am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Kringell im Landkreis Passau werden modulare Fortbildungen zu verschiedenen Themen des Ökolandbaus angeboten.
  • Die Hochschule in Weihenstephan/Triesdorf bietet seit dem Wintersemester 2015/16 einen Bachelor-Studiengang Landwirtschaft mit Studienrichtung „Ökologische Landwirtschaft“ an.

Beratung

  • Ein fünftes Fachzentrum für Ökolandbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Deggendorf wurde eingerichtet.
  • Es wurde ein landesweites Netz von 90 Vorzeigebetrieben (BioRegio-Betriebsnetz) aufgebaut. Diese Betriebe öffnen für „Bauer-zu-Bauer-Gespräche“ und für landwirtschaftliche Fachschulen Tür und Tor und erleichtern so den Transfer von Praxiswissen.
  • Zwölf staatlich anerkannte Öko-Modellregionen stärkten unter anderem durch den Aufbau von ökologischen Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen die Regionen. In 2018 werden über einen Wettbewerb sechs weitere Regionen hinzukommen.

Forschung

  • Das neue Kompetenzzentrum für den Öko-Landbau an der LfL in Freising bündelt alle Aktivitäten in der praxisnahen Forschung und beim Wissenstransfer.
  • Am Gartenbauzentrum am AELF Landshut sowie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim (LWG) wurden jeweils Projektstellen für den ökologischen Gemüse- bzw. Obstbau geschaffen.
  • Am Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) in Kulmbach wurde eine Projektstelle speziell für die Thematik Ernährung im Bereich BioRegio-Lebensmittel eingerichtet.
  • Aus einem Wertschöpfungsketten-Projekt zu Öko-Schweine- und Geflügelfleisch heraus sind langfristige Lieferverträge zwischen Erzeugern und Abnehmern entstanden. Das neue Projekt "Analyse der Märkte für ausgewählte Öko-Produkte in Bayern" befasst sich vor allem mit der Milcherzeugung.

Vermarktung

  • Das Bayerische Bio-Siegel hilft Verbrauchern dabei, schnell und einfach Bio-Lebensmittel zu erkennen, die aus Bayern stammen.
  • Zusammen mit weiteren 22 Organisationen hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen Ökopakt geschlossen, um den Ökolandbau weiter voranzubringen.