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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/nachwachsende-rohstoffe.html

Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe werden sowohl zu Energiezwecken als auch für die stoffliche Verwertung genutzt. Die energetische Nutzung stellt die hauptsächliche Verwendung dar.

Verwendung nachwachsender Rohstoffe

Die Nutzung von Biomasse ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Der jährliche Umsatz beläuft sich auf etwa 2 Mrd. €. Dabei gewinnt auch die stoffliche Verwertung an Bedeutung. Nach Angaben der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) werden in einem Mittelklasse-Auto bereits bis zu 20 kg Naturfasern verbaut und 7 % der in Deutschland verwendeten Dämmstoffe sind Naturdämmstoffe. Ebenso sind 13 % der organischen Rohstoffe, die in der deutschen Chemieindustrie eingesetzt werden, biobasierte Rohstoffe (Quelle: FNR e. V.).

Landwirtschaftliche Rohstoffe

Die Flächennutzung für die Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen betrug im Jahr 2016 490 000 ha. Dies entspricht etwa 14 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Bayerns. Im Jahr 2016 wurden zur energetischen und stofflichen Verwendung auf rd. 390 000 ha der Ackerfläche nachwachsende Rohstoffe angebaut (rd. 17 % der Ackerfläche) und etwa 100 000 ha Grünland genutzt. Darin enthalten sind auf 5 000 ha Dauerkulturen zum Anbau von Festbrennstoffen zur energetischen Nutzung (Kurzumtriebsplantagen, Miscanthus, Riesenweizengras, Durchwachsende Silphie), die auf Ackerflächen angebaut werden.

Rd. 92 % der für nachwachsende Rohstoffe verwendeten Fläche entfallen auf Energiezwecke, 8 % auf die stoffliche Nutzung.

Anteile an Anbau und Verwendung nachwachsender Rohstoffe in Bayern 2016 (Bayern insgesamt: 490 000 ha) – Schaubild 43 in höherer Auflösung

 

Bei der Verwendung für Biokraftstoffe ist zu berücksichtigen, dass die eiweißreichen Koppelprodukte des Kraftstoffs in die Viehfütterung gehen und damit mittelbar durch die Erzeugung von Milch, Fleisch und Eiern der menschlichen Ernährung dienen. Rechnerisch entspricht dies über 50 % der verwendeten Fläche für Biokraftstoffe. Dadurch reduziert sich die tatsächlich für die Erzeugung von Biokraftstoffen (Biodiesel, Rapsölkraftstoff, Bioethanol) verwendete Fläche rechnerisch von 96 000 ha auf 48 000 ha. 

Forstliche Rohstoffe (Holz)

Holz ist für die Wärmeerzeugung der wichtigste erneuerbare Energieträger. Als Scheitholz, Hackschnitzel oder in Form von Pellets wird Holz umweltfreundlich und mit hohen Wirkungsgraden verwertet. In Bayern werden im mehrjährigen Mittel rd. 6 Mio. Tonnen atro (absolut trocken, überwiegend in Form von Scheitholz) vorwiegend zur dezentralen Wärmeerzeugung in Haushalten genutzt. Dies entspricht einem Primärenergieeinsatz von ca. 100 Petajoule. Erst ein Vergleich mit der äquivalenten Heizölmenge macht die Bedeutung von Holz deutlich: Die nachhaltige Nutzung der heimischen Wälder reduziert die Importabhängigkeit Bayerns um etwa 2,4 Mio. Tonnen Heizöl (zum Vergleich: Gesamtverbrauch Heizöl in 2014: 3,2 Mio. Tonnen).

Anbau und Verwendung nachwachsender Rohstoffe in Bayern 2016

BiogasBiodiesel und RapsölkraftstoffeStoffliche NutzungBio ethanolDauerkulturen f. FestbrennstoffeGesamt
Insgesamt (ha)350.00086.00039.00010.0005.000490.000
davon
Grünland (ha)100.0000000100.000
Ackerfläche (ha)250.00086.00039.00010.0005.000390.000