Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/landesmittel.html

Landesmittel

Die Gesamtausgaben für Agrarförderung (ohne EU-Direktzahlungen), beliefen sich im Jahr 2017 auf 1,31 Mrd. €. In dieser Gesamtsumme sind auch Mittel enthalten, die dem Freistaat Bayern teilweise vom Bund im Rahmen der GAK (60 % Bundesanteil) bzw. der EU (ELER, EGFL) erstattet werden. Die reinen Landesmittel betrugen rd. 1,04 Mrd. €.

Die Gesamtausgaben (Einzelplan 08) in Bayern verteilten sich im Jahr 2017 auf folgende Bereiche:

  • 50,6 % Fördermaßnahmen
  • 17,8 % Bildung, Beratung und Verwaltung
  •  9,5 % Forschung, Landesanstalten
  • 22,1 % Sonstiges (u. a. Ruhegehälter, Beihilfe in Krankheitsfällen).

Bayerisches Bergbauernprogramm (BBP)

Almen und Alpen sind ein wesentlicher Teil der bergbäuerlichen Kulturlandschaft. Sie sind nicht nur notwendige Produktionsstätten für die Landwirtschaft, sondern haben auch eine landeskulturelle und gesamtwirtschaftliche Bedeutung, insbesondere für den Tourismus. Sie tragen ferner maßgeblich zum Erhalt der Biodiversität im Alpenraum bei.

Mit der Förderung von investiven Maßnahmen und Maßnahmen zur Freihaltung von Weideflächen im Bereich der Weide-, Alm- und Alpwirtschaft soll die Bewirtschaftung und Erhaltung von ökologisch wertvollen Flächen erleichtert bzw. gesichert werden, vgl. Alm- und Alpwirtschaft.
 

Bayerisches Bergbauernprogramm

JahrMio. €
20151,8
20161,8
20171,8

Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL)

Die wesentlichen Ziele des BaySL sind die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren, die Unterstützung der Eiweißinitiative, die Verbesserung der Versorgung mit einheimischem Saat- und Pflanzgut, die Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Obst-, Garten-, Wein- und Sonderkulturbau sowie die Aufrechterhaltung einer möglichst flächendeckenden Landwirtschaft im Berggebiet und in Steillagen des Weinbaus, vgl. Sonderprogramm Landwirtschaft – BaySL.

Förderung der Tier- und Pflanzenzucht

Um den Anforderungen nach leistungsfähigen und robusten Tieren sowie nach ertragreichen und resistenten Pflanzen gerecht zu werden, unterstützt der Freistaat Bayern züchterische Maßnahmen zur Steigerung der Gesundheit und Robustheit und verbessert damit auch die Produktivität und Qualität. Es werden auch übergreifende Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens landwirtschaftlicher Nutztiere sowie zur Sicherung und Verbesserung der Wertigkeit der vom Tier stammenden Lebensmittel gefördert. Bayern verfolgt hiermit ein zukunftsweisendes Konzept für eine integrierte Tiergesundheits- und Lebensmittelsicherheitspolitik gemäß der Tiergesundheitsstrategie der EU: „Vorbeugen ist besser als Heilen“.
 

Förderung der Tier- und Pflanzenzucht (in Mio. €)

JahrInsgesamtdarunter Globalmaßnahmen für Tiergesundheit
20156,23,1
20166,63,1
20176,23,6

Verbesserung der Vermarktung bayerischer Agrarprodukte

Die alp Bayern (Agentur für Lebensmittel-Produkte aus Bayern) trägt dazu bei, die Wertschätzung für die „Marke Bayern“ auf allen Marktstufen zu verbessern und in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft die entsprechenden organisatorischen Strukturen zu schaffen, um den Absatz bayerischer Agrarprodukte und Lebensmittel im In- und Ausland weiter auszubauen, vgl. Markterschließung.

Die Förderung von Kontrollen und Zertifizierungen im Rahmen von Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogrammen leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsposition der überwiegend kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betriebe und trägt außerdem dem Wunsch der Verbraucher nach Transparenz und Regionalität Rechnung.

Verbesserung der Vermarktung bayerischer Agrarprodukte (Mio. €)

JahrAbsatzförderung, MarkenprogrammFörderung der Vermarktung regionaler und ökologischer Produkte)Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramme
20157,31,20,6
20166,41,11,0
20175,90,61,3

Verarbeitung und Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Erzeugnisse (VuVregio/VuVöko-Programm)

Ziel der bayerischen Agrarpolitik ist es, den ländlichen Raum als eigenständigen und vielfältig ausgeformten Lebensraum zu stärken. Das VuVregio/VuVöko-Programm fördert Maßnahmen/Vorhaben kleiner regionaler Betriebe in den der landwirtschaftlichen Erzeugung nachgelagerten Bereichen, die der Stärkung der Verarbeitung und Vermarktung regionaler und ökologischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie regionaler Kreisläufe dienen. Gefördert werden können u. a. Investitionen wie etwa Verarbeitungs- und Kühlräume sowie Verarbeitungsgeräte mit bis zu 20 % der Kosten, maximal 50.000 €. Bei Investitionen, die ausschließlich der Verarbeitung und Vermarktung von ökologischen Erzeugnissen dienen sind bis zu einer Obergrenze von 250.000 € 30 % Zuschuss möglich, um der wachsenden Nachfrage nach heimischen Bio-Lebensmitteln Rechnung zu tragen. Verarbeiter und Vermarkter von anerkannten regionalen Premiumprodukten können seit der Antragstellung 2017 eine Förderung von bis zu 25 % erhalten.

Im Berichtszeitraum wurden über das Programm VuVregio für 30 Vorhaben Zuschüsse in Höhe von rd. 0,85 Mio. € und über das Programm VuVöko für sieben Vorhaben Zuschüsse in Höhe von rd. 0,22 Mio. € bewilligt.

Erzeugung nachwachsender Rohstoffe und Anbau von alternativen Energiepflanzen

Die Energiegewinnung aus und die stoffliche Nutzung von Biomasse haben weiter an Bedeutung gewonnen. Für Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe und den Anbau von alternativen Energiepflanzen, die auch dem Klimaschutz dienen, wurden in den Jahren 2016 und 2017 Bewilligungen in Höhe von rd. 7,4 Mio. € erteilt, vgl. Nachwachsende Rohstoffe.

Berufliche Aus- und Fortbildung

Eine gute Betriebsleiterqualifikation zählt heute zu den wichtigsten betrieblichen Erfolgsfaktoren.

Für die staatlichen land- und forstwirtschaftlichen sowie hauswirtschaftlichen Fachschulen und Fachakademien besteht Gebühren- und Schulgeldfreiheit. Bei überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen können das von privaten Einrichtungen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts erhobene Lehrgangsentgelt, die Fahrtkosten sowie 70 % der notwendigen Kosten für Unterkunft und Verpflegung erstattet werden, vgl. Aus- und Fortbildung.

Mittel für die Aus- und Fortbildung sowie für einschlägige außerstaatliche Einrichtungen und Organisationen (in Tsd. €)

Maßnahmen201520162017
Förderung der Aus- und Fortbildung6.8367.1057.004
Förderung der Bildungszentren Ländlicher Raum und der Landjugendorganisationen1.8131.7911.791
Förderung von Baumaßnahmen für agrar- und forstwirtschaftliche Bildungsstätten1.8545761.921
Insgesamt10.5039.47210.716

Konzept Ernährung in Bayern

Dieses Konzept setzt zwei Schwerpunkte: die Ernährungsbildung und die Gemeinschaftsverpflegung. Für die Umsetzung des Konzeptes Ernährung sind bayernweit an jedem der 47 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) Ansprechpartner benannt und acht Fachzentren für Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung eingerichtet. Diese sind zentrale Anlaufstelle für Verbände und Gesellschaft, bauen Netzwerke auf, organisieren Projekte, führen Schulungen für Multiplikatoren durch und sorgen für die Bündelung der Angebote. Aufgabe der Fachzentren ist die Optimierung der Verpflegung in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Senioreneinrichtungen und Betriebsrestaurants.

Zusätzlich zum Einsatz des Personals innerhalb der Landwirtschaftsverwaltung stellte der Freistaat Bayern im Jahr 2016 für die Umsetzung der bayerischen Ernährungspolitik insgesamt Haushaltsmittel von rd. 5,1 Mio. € zur Verfügung. Im Jahr 2017 standen Mittel in gleicher Höhe bereit.

Forschung, Bildung, Beratung und Verwaltung

Für die Inanspruchnahme der staatlichen land- und forstwirtschaftlichen Beratung werden in Bayern keine Gebühren und Auslagen erhoben.

Die Beratungsleistungen der anerkannten nichtstaatlichen Anbieter (Verbundpartner) werden mit 6,7 Mio. € gefördert. Verbundpartner in der Beratung sind das LKV, das LKP, das KBM, die BBV – Landsiedlung, die Fink Reitanlagen GmbH, die Buchstelle des BBV und die Landwirtschaftlicher Buchführungsdienst GmbH (LBD). Das LKV erhält für Beratungsleistungen jährlich rd. 3,9 Mio. € Fördermittel, das LKP 2,4 Mio. €, das KBM rd. 160.000 €, die BBV-Landsiedlung rd. 135.000 € und die restlichen drei Unternehmen zusammen rd. 35.000 €.

Die Kosten für die gesamte Verwaltung einschließlich aller nachgeordneten Behörden sowie Bildung und Beratung in den Bereichen Landwirtschaft, Ländliche Entwicklung und Forst und für praxisorientierte Forschungsprojekte betrugen im Jahr 2017 rd. 646 Mio. €.

Forschung, Bildung, Beratung und Verwaltung

JahrMio. €
2015621,2
2016625,7
2017646,3

Förderung der Selbsthilfeeinrichtungen der Landwirtschaft sowie sonstiger Zusammenschlüsse

Zu den Selbsthilfeeinrichtungen der Landwirtschaft nach dem BayAgrarWiG zählen LKP, LKV, KBM, sowie die Mitgliedsorganisationen des Verbands der Dorf- und Betriebshilfsdienste. LKV und LKP sind anerkannte Vereinigungen, denen der Freistaat Bayern nach Vorgabe des BayAgrarWiG für übertragene Aufgaben eine angemessene Erstattung nach Pauschalsätzen (Projektförderung) gewährt. Weitere Maßnahmen werden bei LKV und KBM nach Maßgabe des BayAgrarWiG gefördert. Mit den Tiergesundheitsdienst Bayern e. V. (TGD) hat der Freistaat Bayern einen Rahmenvertrag über fünf Jahre zur Durchführung von Globalmaßnahmen im Hinblick auf Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens landwirtschaftlicher Nutztiere geschlossen.

Insgesamt erhielten die landwirtschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungen und sonstigen Zusammenschlüsse im Jahr 2017 rd. 32 Mio. € an Kostenerstattungen bzw. Fördermitteln.
 

Haushaltsmittel für Selbsthilfeeinrichtungen und sonstige Zusammenschlüsse (in Tsd. €)

Einrichtung201520162017
Erstattung von Aufwendungen für Leistungs- und Qualitätsprüfungen nach dem Tierzuchtgesetz (LKV)14.53218.36515.197
Erstattung von Aufwendungen für übertragene Aufgaben nach Art. 6 Abs. 2 BayAgrarWiG 1. – 5. Tiret (LKP)1.422969944
Aufwendungen des LKP für Projekte bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)496486476
Zuschüsse zur Förderung der Qualitätsproduktion im pflanzlichen Bereich (LKP)1.5211.4591.427
Zuschüsse für die Verbundberatung5.2736.5165.445
Zuschüsse zur Ausbildung und zum Einsatz von Dorfhelferinnen und Betriebshelfern (Verband der Dorf- und Betriebshilfsdienste in Bayern e. V.)2.1201.7673.118
Förderung der Betriebshilfe und des überbetrieblichen Maschineneinsatzes KBM3.0103.0122.000
Tiergesundheitsdienst Bayern e. V. (TGD)3.0803.0803.603
Insgesamt31.45435.65532.209

Schadensausgleichsprogramme

Die extremen Niederschläge im Mai und Juni 2016 führten in Teilen Bayerns, besonders im Landkreis Rottal-Inn zu starken Schäden. Der Freistaat unterstützte die Betroffenen durch schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfsleistungen.

Die von Spätfrösten im April 2017 betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe, insbesondere Obst- und Weinbauern, werden mit dem Hilfsprogramm „Frosthilfe 2017“ unterstützt, vgl. Schadensausgleichsprogramme.

Forstwirtschaft

Die Selbsthilfeeinrichtungen der Forstwirtschaft erhalten Zuschüsse für Projekte sowie für überbetriebliche Investitionen, z. B. Maschinen und Geräte für forstliche Betriebsarbeiten und Anlagen zur energetischen Verwertung von Waldholz. In den Jahren 2016 und 2017 wurden die Zusammenschlüsse mit rd. 9,9 Mio. € gefördert.

Für besondere Gemeinwohlleistungen im Staatswald, z. B. Schutzwaldpflege und -sanierung, Rad- und Wanderwege, Erholungs- und Naturschutzprojekte wurden im Berichtszeitraum rd. 15,9 Mio. € verausgabt.