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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/kontrolle-im-oekologischen-landbau.html

Kontrolle im ökologischen Landbau

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist in Bayern die für den Vollzug der EG-Öko-Verordnung verantwortliche Kontrollbehörde.

In Deutschland erfolgt die Kontrolle aller Unternehmen, die Öko-Lebensmittel und Öko-Futtermittel erzeugen, aufbereiten, importieren oder lagern, durch anerkannte private Kontrollstellen. Diese führen in allen gemeldeten Unternehmen mindestens einmal pro Jahr eine Kontrolle durch. 20 % der Unternehmen werden nach Risikoeinschätzung ein zweites Mal im Jahr kontrolliert. Insgesamt waren im Berichtszeitraum in Bayern 14 private Kontrollstellen zugelassen, denen durch Beleihung diese hoheitlichen Aufgaben übertragen wurden. Die Kontrollstellen werden von der LfL hinsichtlich ihres Kontroll- und Sanktionsverhaltens geprüft.

Die anerkannten privaten Kontrollstellen beschäftigen insgesamt 697 Kontrolleure. Die Zulassung der Kontrolleure wird zentral von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorgenommen. Auch die Kontrolleure werden staatlicherseits kontinuierlich überprüft.

Erzeuger, Verarbeitungs- und Einfuhrunternehmen, die sich dem Kontrollsystem der EG-Öko-Verordnung unterstellt haben (bis 31. Dezember 1999 nur Erzeuger, Verarbeiter und Einführer pflanzlicher Produkte)

ZeitraumAABBBCCABCEHInsgesamt
19921.017761811.274
19951.5791003842082.091
20003.067210526621433.882
20013.642228645711634.605
20023.959270716792035.047
20034.26935078890223165.538
20044.22347485495243525.725
20054.27155797610925457296.028
20064.4505881.124124324491426.513
20074.5045821.387123324652536.950
20084.9916361.665161475513717.927
20095.4436491.790180545634808.664
20105.7636701.910191604685149.180
20115.9486591.991197634675479.476
20125.9666932.042199667646229.659
20135.9707461.975205558686639.690
20145.9977801.971224556696849.786
20156.6068442.21523362107370410.747
20167.6518782.38724065107475612.061

A = landwirtschaftliche Betriebe, AB/BC/ABC = Mischbetriebe, B = Be- und Verarbeitungsbetriebe, C = Einführer aus Drittländern, E = Futtermittelhersteller, H = Handelsbetriebe.

Jeweils der Stand am 31.12. des Jahres.

Bei den landwirtschaftlichen Erzeugerbetrieben traten die meisten Unregelmäßigkeiten durch den Zukauf konventioneller Futtermittel und konventioneller Tiere auf. Die EG-Öko-Verordnung lässt nur einen maximalen Zukauf von 5 % konventioneller Eiweißfuttermittel pro Jahr für Geflügel und Schweine zu. Meist handelte es sich um den Zukauf geringer Futtermittelmengen. Konventioneller Tierzukauf trat ebenfalls überwiegend nur bei Einzeltieren auf. Solche zugekauften Tiere dürfen nicht ökologisch vermarktet werden. Als weiteres Problem stellte sich in mehreren Fällen die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln aus benachbarten konventionell bewirtschafteten Feldern dar. Dies führt zwar nicht zu Rückforderungen von Fördermitteln aus dem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP), die betroffene Fläche muss aber neu umgestellt werden und das Erntegut getrennt erfasst und konventionell vermarktet werden.

Bei Verarbeitungsbetrieben waren vor allem Deklarationsfehler zu beanstanden. In wenigen Fällen wurden auch Zutaten aus konventioneller Erzeugung verwendet. Häufig wurden dagegen Unternehmen aus der Außer-Haus-Verpflegung beanstandet, weil sie nicht dem Kontrollverfahren angeschlossen waren, aber trotzdem Speisen bzw. Getränke mit dem Bio-Hinweis auslobten.

Seit dem 1. Januar 2016 werden Bio-Importe aus Russland, Ukraine und Kasachstan verstärkt überwacht. Jede Einfuhr von ökologischen Lebens- bzw. Futtermitteln aus diesen Ländern muss bei der Verzollung beprobt werden und kann erst nach Vorlage einer negativen Analyse für die Bio-Vermarktung in den EU-Mitgliedstaaten von der zuständigen Behörde freigegeben werden.

Außerdem wurde im Laufe des Jahres 2017 das TRACES (Trade Control and Expert System) von der EU-Kommission für den Import von ökologischen Erzeugnissen freigegeben. Mit TRACES soll einem möglichen Betrug in den Export- und in den Importländern vorgebeugt werden.