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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/hopfen.html

Hopfen

Die Zahl der bayerischen Hopfenbaubetriebe hat im Berichtszeitraum um 34 Betriebe abgenommen und liegt jetzt bei 968. Im Durchschnitt bewirtschaftete ein Betrieb im Jahr 2017 Hopfenflächen im Umfang von 17,3 ha.

Trotz weltweit leicht rückläufigem Bierausstoß steigt der Hopfenbedarf seit Jahren an. Dies ist weitestgehend auf die positive Entwicklung des Craft-Bier-Marktes zurückzuführen und hat auch eine Mehrung der bayerischen Hopfenanbaufläche um 1 440 ha auf jetzt 16 712 ha bewirkt. Weltweit stieg die Hopfenfläche im gleichen Zeitraum um rd. 8 000 ha auf über 59 000 ha. Der Anteil der klassischen Aromasorten sank in Bayern um 7 % auf 48,5 %. Die Bittersorten nahmen prozentual etwas zu auf 45,1 % in 2017, was fast ausschließlich auf die starke Ausdehnung der Hochalphasorte Herkules zurückzuführen ist. Ebenfalls stetig stieg der Anteil der Flavor-Hopfensorten, der sich seit der letzten Berichterstattung von 2,7 % auf jetzt 6,4 % mehr als verdoppelt hat. Diese neue Sortengruppe zeichnet sich durch vorwiegend fruchtige und blumige Aromaausprägungen aus und wird verstärkt von den sogenannten Craft-Brewern nachgefragt.

In Bayern fiel die Erntemenge im Jahr 2016 mit über 37 696 Tonnen und 23,7 Dezitonnen Hektarertrag bezogen auf die Gesamtfläche weit überdurchschnittlich aus, so dass von einer Rekordernte gesprochen werden kann. Trotz der hohen Erntemenge konnten die über die Vertragsmengen hinaus produzierten Freihopfenmengen gut abgesetzt werden.

2017 konnte trotz des heißen und trockenen Frühsommers durch rechtzeitig einsetzende Niederschläge im Durchschnitt der bayerischen Hopfenanbaugebiete mit 36 317 Tonnen Hopfen oder 21,7 Dezitonnen je Hektar noch eine gut durchschnittliche Ernte eingefahren werden. Freihopfenmengen waren nur im begrenzten Umfang vorhanden und wurden zu etwa dem doppelten Vertragspreis gehandelt.

Der Qualitätssicherung dient das gesetzlich geregelte Zertifizierungssystem, das durch die Versiegelung der Packstücke mit individuellen Codes die Rückverfolgbarkeit des Hopfens von der Brauerei zum Erzeuger gewährleistet. Zur Vorsorge und Erkennung von unerlaubten Pflanzenschutzmittelrückständen ist ein Pflanzenschutzmittel-Monitoring etabliert. Dazu wird von jeder 20. Partie ein Hopfenmuster mit der Multimethode auf 583 verschiedene Pflanzenschutzmittelwirkstoffe untersucht. Außerdem ist für jede verkaufte Partie ein sogenannter Pflanzenschutzmittelbogen mit allen eingesetzten Pflanzenschutzmitteln vom Landwirt abzugeben. Umfangreiche Kontrollen in den Verarbeitungswerken minimieren zusätzlich das Risiko, dass mit unerlaubten Rückständen behafteter Hopfen ins Bier und somit zum Verbraucher gelangt.

Seit 2014 besteht ein Nachhaltigkeitssystem für den deutschen Hopfenanbau. Die Beteiligung der Hopfenbaubetriebe erfolgt über eine Registrierung und Bearbeitung von Checklisten im Internet. Zusätzlich werden jedes Jahr stichprobenartig Betriebe vor Ort auditiert. 2017 haben sich insgesamt 419 Betriebe (davon 362 aus Bayern) beteiligt und zusammen 48 % der deutschen Hopfenernte aus nachhaltiger Produktion erzeugt.

Struktur des Hopfenanbaues in Bayern

AnbaujahrZahl der BetriebeHopfenfläche insgesamt (ha)Hopfenfläche je Betrieb (ha)Erntemenge (dt)Ertrag (dt/ha)
19805.21216.7863,2256.54515,3
19903.70418.6485,0257.57513,8
20001.86015.6468,4259.45916,6
20051.39414.62810,5302.77320,7
20101.24015.76912,7297.79318,9
20141.02214.82214,5338.72822,9
20151.00215.27215,2242.60115,9
201698715.89416,1376.95523,7
201796816.71217,3363.17421,7

Hopfenanbau nach Anbaugebieten

MerkmalAnbaujahrAnbaugebiet HallertauAnbaugebiet Spalt/Lindau (Tettnang)1)Bayern
Zahl der Betriebe201693156987
201791256968
Hopfenfläche in ha201615.51038415.894
201716.31040116.712
Hopfenfläche je Betrieb in ha201616,76,916,1
201717,97,217,3
Fläche der Aromasorten in ha20168.0123328.344
20177.7673368.103
Fläche der Bittersorten in ha20166.820406.860
20177.501457.546
Fläche der Flavor-Sorten in ha2)201667812690
20171.042201.062
Erntemenge in t201636.953,5742,037.695,5
201735.540,2777,236.317,4

1) Zusammenfassende Darstellung der Hopfenbaugebiete Spalt und Lindau (Tettnang) aus datenschutzrechtlichen Gründen.

2) Flavor-Sorten: Amarillo, Callista, Ariana, Mandarina Bavaria, Hallertau Blanc, Huell Melon, Cascade, Monroe, Comet.

Hopfenmarkt

Die bayerischen Hopfenpflanzer erzeugen ca. ein Drittel des Hopfens weltweit. Verkauft wird der Hopfen überwiegend von drei Handels- und Verarbeitungsfirmen, die über 80 % der bayerischen Hopfenproduktion vermarkten.

Hopfen wird zu rund 98 % für die Bierproduktion verwendet. Wertgebende Inhaltsstoffe sind dabei die im Hopfen enthaltenen Alphasäuren, ätherischen Öle und Polyphenole. Auf der Abnehmerseite ist ebenfalls eine immer stärkere Konzentration zu verzeichnen. Die zehn größten Brauereikonzerne produzieren weltweit etwa zwei Drittel des Bieres. Der Weltbierausstoß war in den letzten beiden Jahren leicht rückläufig und liegt bei knapp 2 Mrd. Hektolitern. Die durchschnittliche weltweite Hopfengabe pro Hektoliter Bier (derzeit 4,6 g Alphasäure pro Hektoliter Bier) steigt wieder.

Die gestiegene Nachfrage nach Hopfen konnte mit den letzten beiden Ernten überwiegend befriedigt werden. Lediglich bei feinen Aromahopfen war das Angebot begrenzt. Eine ausreichende Versorgung und erste Angebotsüberschüsse gibt es inzwischen bei den Flavor-Sorten.