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Hauswirtschaftliche Dienstleistungen

Im Bereich der hauswirtschaftlichen Dienstleistungen triften Angebot und Nachfrage immer weiter auseinander.

Aufgrund der sich ändernden demografischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen steigt die Nachfrage insbesondere im Bereich der Betreuungsdienstleistungen (Kinder, Senioren, Dementzerkrankte) und der Anleitung von Problemfamilien mit Kindern in der Haushaltsführung und dem Erwerb von Alltagskompetenzen im Auftrag des jeweiligen Jugendamtes. Mit Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes können hauswirtschaftliche Dienstleistungen als Angebote zur Unterstützung im Alltag (früher: niedrigschwellige Entlastungsleistung) mit Kranken- und Pflegekassen abgerechnet werden. Hauswirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen lassen sich zunehmend vom Zentrum Bayern Familie und Soziales anerkennen, um diese Leistungen vergütet zu bekommen. Noch spielt diese Tätigkeit der hauswirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen eine untergeordnete Rolle, die Tendenz ist aber steigend. Für Sozialeinsätze, z. B. bei Erkrankung von Eltern, bei Verhinderungspflege oder sonstigen Einsätzen in Seniorenhaushalten, wurden bayernweit im Jahr 2016 knapp 224 000 Arbeitsstunden geleistet. Das ist im Vergleich zu 2015 ein leichter Rückgang von 3,5 %. Für Jugendamt-Einsätze wurden mehr als 29 000 Arbeitsstunden geleistet. Der Mangel an ausgebildeten Nachwuchskräften in der Hauswirtschaft führt dazu, dass die Nachfrage nach o. g. Dienstleistungen nur eingeschränkt bedient werden kann. Auch werden hauswirtschaftlicher Dienstleistungen immer noch nicht ausreichend honoriert.

Neben den rd. 85 hauswirtschaftlichen Fachservices nimmt die Zahl der hauswirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen (mit und ohne abhängige Beschäftigte) weiter zu. Zur Stärkung bei der Betreuung, Beratung und Qualifizierung der hauswirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmer/-innen wurde im November 2017 ein Kompetenzzentrum Hauswirtschaft in Triesdorf gegründet.