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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/haushaltsleistungen.html

Beratung und Qualifizierung zu Haushaltsleistungen

Haushaltsleistungen sind ein wichtiger Teil der Diversifizierung. Wichtige inhaltliche Beratungsschwerpunkte zusammen mit Partnern waren:

  • Beratung und Qualifizierung im Hinblick auf die Erfordernisse eines landwirtschaftlichen Unternehmens und des Marktes (Arbeits-, Dienstleistungs-, Tourismus- und Lebensmittelmarkt), unter Beachtung persönlicher, betrieblicher und regionaler Ressourcen,
  • Beratung landwirtschaftlicher Familien in entscheidenden Lebens- und Betriebssituationen,
  • Initiierung und Unterstützung der Zusammenarbeit landwirtschaftlicher Betriebe mit regionalen Wirtschafts- und Sozialpartnern bei Diversifizierungsmaßnahmen,
  • Beratung und Qualifizierung für Unternehmer/innen im Bereich der Diversifizierung,
  • Unterstützung beim Erstellen eines betriebsindividuellen Entwicklungsplans,
  • Initiierung und Begleitung innovativer Projekte.

Einkommenskombinationen können zur langfristigen Aufrechterhaltung landwirtschaftlicher Betriebe als Lebens- und Arbeitsumfeld der landwirtschaftlichen Familie beitragen. Damit landwirtschaftliche Betriebe abschätzen können, welches Einkommen sie für ihren eigenen Haushalt benötigen und wie viel Arbeitszeit dafür notwendig ist, wurde das Programm „Haushaltskompass“ für die Nutzung im Internet programmiert. Das Programm errechnet für die individuelle Haushaltssituation Kosten und Arbeitszeit, aus denen sich verfügbare Ressourcen für finanzielle Investitionen und neue Arbeitsbereiche ableiten lassen.

Das Programm Erlebnis Bauernhof fördert den Dialog mit der Gesellschaft. Bäuerinnen und Bauern öffnen ihre Höfe für Grundschulkinder, Förderschul- und Übergangsklassen und bieten ein außerschulisches erlebnisorientiertes Lernen an. In authentischer Lernumgebung erleben die Schüler, wo und wie Lebensmittel produziert werden. Sie können von und mit der Natur lernen und sich als Teil von Natur und Region begreifen.
Mittlerweile haben mehr als 175 000 Kinder am Programm Erlebnis Bauernhof teilgenommen.

Das Qualifizierungsangebot für den Bereich Direktvermarktung wird sowohl von Neueinsteigern als auch von Hofnachfolgern sehr gut angenommen. Besondere Bedeutung hat die Fortbildung für Betriebsleiter gewonnen, die eine Erweiterung ihres bestehenden Angebots planen. Auch das Seminar zum Aufbau einer bäuerlichen Gastronomie oder eines Hofcafés wird stark nachgefragt. Viele Betriebe ergänzen damit ihre bereits vorhandenen Dienstleistungen und Produkte und bieten den Verbrauchern damit ein umfassendes gastronomisches Angebot auf ihren Höfen an. Bei diesen Angeboten wird stark mit regionalen Wirtschaftspartnern kooperiert.

Projekte

Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) sowie die Fachzentren für Diversifizierung und Strukturentwicklung betreuen meist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Betriebswirtschaft und Agrarstruktur (IBA) der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die o. g. Beratungstätigkeiten und initiieren Projekte. Dazu gehören wichtige Vernetzungsprojekte, z. B.:

  • Forum Diversifizierung mit der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) und verschiedenen Arbeitsgruppen (2014 bis 2016)
    Ziel ist es, die Potenziale der Diversifizierung im haushalts- und landwirtschaftsnahen Bereich noch stärker als bisher auszuloten. Die Ergebnisse des zwischenzeitlich abgeschlossenen Projektes finden sich auf einer eigens dafür geschaffene Internet-Plattform.
  • Regionale Netzwerke „Soziale Landwirtschaft“
    Um den Beratungsbedarf „Soziale Landwirtschaft“ abzudecken, betreut pro Regierungsbezirk ein AELF die regional agierenden Netzwerke. Zu den Aufgaben der Ansprechpartner/innen Soziale Landwirtschaft zählt es, die Anbieter und soziale Organisationen vor Ort miteinander zu vernetzen und Innovationsprozesse in der Region zu fördern. Jedes Netzwerk trifft sich zweimal pro Jahr.
  • Agrotourismus im Alpenraum
    Das Projekt Agrotourismus im Alpenraum ist Teil der Alpenstrategie. Ziel des Projektes ist es, Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof in der Alpenregion untereinander und mit externen Beteiligten stärker als bislang zu vernetzen. Dadurch sollen neue Wertschöpfungspartnerschaften entwickelt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich des Gesundheitstourismus.
  • Wettbewerb „Bäuerin als Unternehmerin des Jahres“
    Der Wettbewerb fand 2016 zum siebten Mal statt. Dabei werden Bäuerinnen geehrt, die ihre vielfältigen persönlichen, fachlichen und sozialen Kompetenzen erfolgreich in den Betrieb einbringen oder in Kooperation mit Partnern neue Produkte und/oder Dienstleistungen anbieten. Der Wettbewerb findet 2019 erneut statt.