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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/gruenland-und-futterbau.html

Grünland und Futterbau

Der Futterbau und die Grünlandwirtschaft bilden für den Veredelungsstandort Bayern eine wichtige Wirtschaftsgrundlage. Insgesamt wird auf rd. 50 % der LF in Bayern Grobfutter für Rinder, Schafe und Pferde erzeugt. Die Schwerpunkte liegen in der Nutzung des Dauergrünlandes sowie im Silomais-, Klee-, Luzerne-, und Kleegrasanbau.

Flächenentwicklung bei Grünland und bei Pflanzen zur Grünernte/Feldfutterbau (in Tausend ha)

Kulturart20162017
Dauergrünland (Wiesen und Weiden)1.0231.018
Pflanzen zur Grünernte589581
dav. Getreide zur Ganzpflanzenernte3535
Leguminosen zur Ganzpflanzenernte (z. B. Klee, Luzerne)9898
Feldgras/Grasanbau auf dem Ackerland2122
Silomais/Grünmais einschließl. Lieschkolbenschrot435426
Dauergrünland und Pflanzen zur Grünernte zusammen1.6121.599

Quelle: LfStat

Das Grünland in Bayern stellt sich natur- und nutzungsbedingt sehr unterschiedlich dar. Mit über einem Drittel der LF ist es nicht nur eine bedeutende Futterbasis, sondern es leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umweltgüter Boden und Wasser, des Klimas sowie für die Biodiversität. Darüber hinaus ist Grünland ein prägender Bestandteil der attraktiven Kulturlandschaften in Bayern. Ein steigender Anteil von Dauergrünland-, Klee- und Luzernegrasflächen wird ökologisch bewirtschaftet. Rd. 20 % des Grünlandes werden zumindest zeitweise auch als Weide genutzt.

Durch die bayerische Eiweißinitiative wurden Grünland und Futterbau als wichtigste Eiweißquelle in der Rinder- bzw. Milchkuhhaltung in der Forschung und vor allem auch in Beratung und Schule mit Erfolg stärker in den Fokus gerückt. Der Reinanbau der Luzerne erreichte 2017 einen Umfang von mehr als 15 500 ha. Das Mittel der Jahre 2008 bis 2010 lag im Vergleich bei nur 5 500 ha. Der Reinanbau von Rotklee (zu Saatgutvermehrung und Verfütterung) lag 2017 bei ca. 6 200 ha.

War früher die Bewertung des Grobfutters hauptsächlich am Energiegehalt orientiert, wird jetzt wieder zunehmend honoriert, dass Futterpflanzen und damit auch Luzerne die höchsten Eiweißerträge pro Hektar liefern. Es ist daher davon auszugehen, dass die Bedeutung des Grünlandes und des Futterbaues besonders für den ökologischen Landbau weiter steigen wird.

Der Klimawandel bewirkt auf Almen und Alpen (40 000 ha in Bayern) eine deutliche Verlängerung der Vegetationsperiode und ein intensiveres Pflanzenwachstum. Schätzungen zufolge könnten dadurch zusätzliche Futtermengen von bis zu 70 % nutzbar werden. Damit erfordern die Auswirkungen des Klimawandels im Alpenraum eine Anpassung der Beweidung hinsichtlich der Auftriebszeit und der Tierzahl.

Die Trockengrünerzeugung auf der Basis von Feldfutterbau und intensiv genutztem Grünland in den bayerischen Grünfuttertrocknungsgenossenschaften hat sich trotz steigender Energiekosten und der vollständigen Entkoppelung der Trockenfutterbeihilfe (seit 2012) auf hohem Niveau stabilisiert. Neben der Verfütterung der Trockengrün-Cobs in den Betrieben der Genossenschaftsmitglieder spielt die Vermarktung von Qualitätstrockengrünfutter eine zunehmend größere Rolle. Zu erwähnen ist die erfolgreiche Nutzung von Trockengrün, insbesondere Luzernecobs, in der Schweinfütterung. Die Cobs eignen sich gut als „Beschäftigungsfutter“.

Die Silomaisanbaufläche in Bayern lag im Jahr 2017 bei etwa 426 300 ha und stabilisierte sich damit auf hohem Niveau. Der seit etwa dem Jahr 2000 zu verzeichnende Flächenanstieg bei Silomais begründete sich vor allem in einem steigenden Bedarf für die Biogaserzeugung. Schätzungsweise entfällt rund ein Drittel der in Bayern bestellten Silomaisflächen auf die Erzeugung von Biogas.