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Geflügel

Legehennenhaltung

In rd. 20 500 bayerischen Betrieben wurden 2016 insgesamt 4,6 Mio. Legehennen gehalten. Bayern hält damit einen Anteil von 8,9 % der Legehennen in Deutschland.

Entwicklung der Legehennenhaltung in Bayern

JahrLegehennenhalterLegehennen
199944.3194.452.396
200330.5264.190.192
200729.0793.759.635
201025.9403.911.415
201326.2003.837.100
20161)20.4584.637.091

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik (LfStat)

Eingeschränkte Vergleichbarkeit aufgrund Änderung der Erfassungsgrenzen.

1) Agrarstrukturerhebung 2016.

Betriebe mit Legehennenhaltung (mit mehr als 3.000 Hennenhaltungsplätzen)

JahrBetriebeDurchschnittl. Bestand an HennenhaltungsplätzenDurchschnittlicher Bestand an Legehennen
20152815.072.1914.007.886
20162775.212.8703.648.363
20172905.351.5793.762.791

Quelle: Destatis

Gemäß Legehennenbetriebsregistergesetz sind alle Betriebe mit mehr als 350 Legehennen und alle auf Wochenmärkten vermarktenden Betriebe, unabhängig von der Bestandsgröße, verpflichtet, sich registrieren und eine Betriebskennnummer zuteilen zu lassen. Dabei wird für jeden einzelnen Stall auch die Haltungsart der Legehennen erfasst. Die Betriebsnummer ist die Grundlage für die Kennzeichnung der Eier, durch die Verbraucher Herkunft und Haltungsform nachvollziehen können.

Struktur der nach dem Legehennenbetriebsregistergesetz erfassten Betriebe und Ställe

Betriebsgröße LegehennenplätzeBetriebe1)StälleGesamt2)Ökologische Erzeugung2)Freilandhaltung2)Bodenhaltung2)Kleingruppe/ausgestalteter Käfig2)
unter 3.0008081.084581.117115.545113.363349.0573.152
3.000 – 4.99993142337.769129.12564.232140.8123.600
5.000 – 9.999121223812.034273.591149.104382.8396.500
10.000 – 29.999911861.522.829160.500351.832999.40911.088
30.000 und mehr21401.717.011255.0841.369.46792.460*
Insgesamt1.1341.6754.970.760687.761933.6153.241.584116.800

Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (LfL, IEM)

Stand: 20.04.2018

1) Betriebe werden mehrfach gezählt, wenn ein Betrieb Ställe in unterschiedlichen Haltungsarten hat.

2) Legehennenplätze (werden in den Betrieben im Schnitt zu 70 % ausgelastet).

* Anzahl enthaltener Legehennenplätze in Käfighaltung gemäß Übergangsregelung § 45 TierSchNutztV.

Eier werden als eiweißreiches und preiswertes Lebensmittel geschätzt. In den bayerischen Betrieben mit mindestens 3 000 Hennenhaltungsplätzen haben im Jahr 2017 gut 3,7 Mio. Hennen rd. 1,1 Mrd. Eier gelegt. Die Hälfte der Eier wurde dabei in Betrieben mit mehr als 30 000 Hennenhaltungsplätzen erzeugt. Jeder dieser Betriebe hielt durchschnittlich rd. 67 000 Tiere.

69 % der in Bayern produzierten Eier stammen aus Boden-, 18 % aus Freiland- und 10 % aus Biohaltung. Der restliche Anteil wird in der Kleingruppen- bzw. Käfighaltung erzeugt und wird im Ausland vermarktet.

Entwicklung Legeleistung, Pro-Kopf-Verbrauch und Selbstversorgungsgrad

19952000201020152016
Eier je Henne/Stück265272291295296
Pro-Kopf-Eierverbrauch224223214233235
Selbstversorgungsgrad (D)72%76%55%71%71%

Der Selbstversorgungsgrad gibt an, wie viel Prozent des Inlandsverbrauchs im eigenen Land erzeugt werden. Bei einer Unterversorgung (weniger als 100 %) müssen Eier aus dem Ausland importiert werden, um den deutschen Bedarf zu decken. Der produktionsbedingte Tiefstand, der durch die Abschaffung der konventionellen Käfighaltung 2010 entstand, ist somit weitgehend überwunden.

Der Verzicht auf das Kupieren der Schnäbel bei Legehennen erfordert u. a. eine Anpassung von Futterrationen, um Federpicken und Kannibalismus zu vermeiden. Kombiniert mit den Vorgaben, mehr heimisches Eiweiß in der Tierernährung einzusetzen, wurden die staatlichen Empfehlungen für die Legehennenfütterung grundlegend überarbeitet.

Mastgeflügelerzeugung

Geflügelfleisch liegt nach Schweinefleisch in der Verbrauchergunst an zweiter Stelle. Der Trend zu einem höheren Geflügelfleischverbrauch hält in Deutschland unvermindert an. 2017 stieg der Verzehr auf 21 kg pro Jahr an.

In Bayern werden ca. 5,4 Mio. Masthühner und ca. 800 000 Puten fast ausschließlich in Bodenhaltung in Ställen gemästet. In der ökologischen Tierhaltung haben die Tiere bei deutlich mehr Stallraum auch immer Zugang zum Freiland.

Biogeflügel nimmt bisher nur ein kleines Marktsegment ein, die Nachfrage steigt aber kontinuierlich. Oftmals kann der Bedarf an Biogeflügel mit Produkten aus Bayern nicht befriedigt werden.

Hühnermast

Der Großteil der Masthühner wird in Bestandsgrößen mit mehr als 10 000 Tieren gehalten.

Bestandsgrößenstruktur in der Hühnermast 2016

Bestandsgrößen von … bis ... MasthühnerMäster AnzahlMasthühner Anzahl
1 – 995367.626
100 – 99913223.563
1.000 – 9.99944162.909
10.000 – 49.9991373.118.588
50.000 und mehr212.080.850
Insgesamt8705.393.536

Quelle: LfStat, Agrarstrukturerhebung 2016

Truthahnerzeugung

Nach der Agrarstrukturerhebung 2016 hielten 456 bayerische Betriebe insgesamt 808 809 Truthühner (bzw. Puten). In Betrieben mit 1 000 und mehr Tieren werden 99 % der bayerischen Puten erzeugt.

Die deutsche Putenerzeugung ging 2017 leicht zurück, was auf den Einstallungsstopp im Frühjahr 2017 vor dem Hintergrund der Vogelgrippe zurückzuführen ist.

Gänse- und Entenmast

Enten und Gänse sind überwiegend Saisongeflügel. Dies erschwert deren statistische Erfassung. Enten werden jedoch zunehmend ganzjährig nachgefragt.

Laut Agrarstrukturerhebung 2016 (Stichtag 1. März 2016) wurden in 1 154 Betrieben 19 961 Gänse gehalten. In den 1 801 Entenhaltungen wurden 177 343 Tiere registriert. Die Anfang März erfassten Gänse und Enten entsprechen jedoch bei weitem nicht der tatsächlich in Bayern erzeugten Zahl, da die Gänse- und Entenküken der Direktvermarkter zumeist erst nach dem Stichtag der Viehzählung auf die Betriebe kommen.

Weitere Informationen zur Eier- und Geflügelproduktion finden Sie hier.