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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/gartenbau.html

Gartenbau

In Bayern produzieren 6 500 Gartenbaubetriebe auf einer Nutzfläche von 23 600 ha gärtnerische Kulturen zum Verkauf. Daneben gibt es in allen Sparten eine Vielzahl von Kleinerzeugern, die statistisch nicht erfasst werden, jedoch der Berufsgenossenschaft gemeldet sind. Gemäß einer Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sind im Gesamtbereich Gartenbau in Bayern rd. 84 000 Personen in 33 000 Unternehmen beschäftigt. Der Gesamtumsatz dieser grünen Branche beträgt ca. 10 Mrd. €.

Gemüsebau

Im Jahr 2017 waren 1 266 bayerische Gemüsebaubetriebe in Bayern erfasst. Im Freiland wird auf einer Fläche von 16 715 ha Gemüse angebaut. Nahezu 20 % dieser Anbaufläche entfällt auf die wichtigste Kultur, den bayerischen Spargel (3 333 ha), dicht gefolgt von Speisezwiebeln (2 373 ha), Frühlingszwiebeln (2 373 ha), Möhren (1 170 ha) und Einlegegurken (1 158 ha). Unter Glas wird in Bayern Gemüse auf 280 ha kultiviert. Zu den wichtigsten Kulturen zählen Salatgurken, Tomaten und Salate.

In den letzten Jahren konnte sich der Gemüseanbau hinsichtlich der erzeugten und verarbeiteten Mengen beständig ausweiten. Verantwortlich hierfür sind die klimatischen Bedingungen, ausreichend vorhandene Saisonarbeitskräfte sowie die wachsende Präferenz der Verbraucher für heimische Lebensmittel. Voraussetzung für den Anbau ist eine ausreichende Wasserversorgung der Kulturen.

Hauptabsatzweg für bayerisches Gemüse ist zum einen die auf den überregionalen Absatz und den Export angewiesene Verarbeitungsindustrie (Sauerkonserven), die den Anbau mit den Erzeugern i. d. R. vertraglich regelt. Zum anderen erfolgt der Absatz von frischem Gemüse über den Lebensmitteleinzelhandel, der direkt oder über private und erzeugerbasierte Absatzeinrichtungen bedient wird, sowie über den Direktabsatz an den Endverbraucher.

Detailliertere Informationen über den bayerischen Gemüseanbau sind im Internet abrufbar.

Obstbau

In Bayern werden auf ca. 5 100 ha verschiedene Obstarten kultiviert. Anbauschwerpunkte sind Unterfranken, Schwaben und Oberfranken.
Im Jahr 2017 umfasste die Baumobstanbaufläche in Bayern 2 824 ha und wurde von 957 Betrieben bewirtschaftet. Dabei ist der Apfel die flächenmäßig bedeutendste Kultur von Baumobst mit 1 207 ha Anbaufläche. Die Schwerpunktregionen des Apfelanbaus liegen am Bodensee sowie in Ober- und Unterfranken. Süßkirschen sind mit 20 % der Baumobstfläche (564 ha) die zweitwichtigste Baumobstkultur. Die Strukturen der Betriebe in Bayern sind vergleichsweise klein, rund 60 % (576 Betriebe) der bayerischen Baumobstbetriebe bewirtschaften eine Fläche zwischen 0,5 ha und 2,0 ha. Insgesamt wurden im Jahr 2017 123 Betriebe ermittelt, die nach ökologischen Kriterien wirtschaften. Das entspricht rd. 13 % aller bayerischen Baumobstbetriebe und 18 % der gesamten Baumobstanbaufläche.

Die Erdbeeren sind in Bayern das bedeutendste Beerenobst. Im Jahr 2017 wurden auf 1 973 ha Erdbeeren geerntet.

Im April 2017 führte ein Spätfrostereignis zu erheblichen Ertragseinbußen bei bayerischen Obstkulturen.

Detailliertere Informationen über den bayerischen Obstanbau sind im Internet abrufbar.

Heil- und Gewürzpflanzen

In Bayern produzieren über 200 Betriebe Heil- und Gewürzpflanzen. Auf rd. 1 900 ha werden mehr als 60 Arten kultiviert und überwiegend zu getrockneter Rohware für die Lebensmittel-, Kosmetik- und pharmazeutische Industrie verarbeitet. Von einigen Landwirten werden in kleinen Mengen hochwertige ätherische Öle hergestellt. Die Kulturen mit den größten Anbauflächen sind Petersilie, Dill, Koriander, Kerbel, Pfefferminze und Sonnenhut. Auf rd. 10 % der Fläche wird nach den Vorgaben der EG-Öko-Verordnung produziert.

Zierpflanzenbau

In Bayern wurden im Jahr 2017 von 541 Betrieben auf einer Fläche von 698 ha Zierpflanzen angebaut. Die Gewächshausfläche betrug 170 ha. Hauptkulturen im bayerischen Zierpflanzenbau sind Beet- und Balkonpflanzen, hier v. a. Veilchen, Geranien, Chrysanthemen und Primeln.

Baumschulen

184 Betriebe bewirtschaften eine Baumschulfläche von 1 489 ha. Regional konzentrieren sich die Baumschulen auf die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und auf einen Baumschulschwerpunkt nördlich von Erlangen.
Da der Garten verstärkt als wertvoller Freizeit- und Erholungsraum wahrgenommen und entsprechend bepflanzt wird, nimmt der Dienstleistungssektor in den Baumschulbetrieben eine immer wichtigere Stellung ein. Viele Betriebe verkaufen qualitativ hochwertige Gartengehölze und bieten aber gleichzeitig auch den Service rund um die Pflanze und den Garten des Kunden an.

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Für die 2 230 Betriebe des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus (GaLaBau) in Bayern ist die Neuanlage von Grün weiterhin das stärkste Standbein. 79 % der Aufträge waren Neuanlagen, die Pflege bestehender Anlagen machten etwa 18 % am Umsatz aus. Die positive Entwicklung des Privatgarten-Bereichs bei der Auftragsvergabe setzte sich unvermindert fort. Der Umsatzanteil von Privatkunden erhöhte sich auf fast 60 %.

Freizeitgartenbau

Der Freizeitgartenbau hat in Bayern einen wichtigen ökologischen, sozioökonomischen, psychotherapeutischen und kulturellen Stellenwert. Rd. 2 Mio. Gartenbesitzer/innen bewirtschaften eine Fläche von zusammen ca. 135 000 ha. Mehr als 773 000 Privatpersonen sind Mitglied in einem der insgesamt fünf bayerischen Verbände des Freizeitgartenbaus. Die große ökonomische Bedeutung des bayerischen Freizeitgartenbaus belegt eine Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Danach wird das Umsatzvolumen dieser Sparte auf 2,5 Mrd. € pro Jahr geschätzt.