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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/fischerei.html

Fischerei

Neben der Versorgung der Bevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln erfüllt die Fischerei auch wichtige Funktionen bei der Freizeitgestaltung und für den Umwelt-, Gewässer- und Artenschutz.

Seen- und Flussfischerei

In Bayern gibt es mehr als 200 natürliche Seen, deren Fläche größer als 3 ha ist. Etwa 110 Erwerbsfischer bewirtschaften knapp 30 000 ha Seefläche; davon entfallen auf den Chiemsee 8 000 ha, den Starnberger See 5 600 ha und den Ammersee 4 800 ha. Die Renke ist der Hauptfisch der Seenfischerei. Daneben werden Weißfische, Zander, Hechte u. a. gefangen. Der jährliche Fischertrag aus der erwerbsmäßigen Seenfischerei Bayerns liegt einschließlich der bayerischen Bodenseefischerei bei rd. 350 Tonnen (mit abnehmender Tendenz).

Zurzeit wird die Flussfischerei noch von etwa 60 Erwerbsfischern an Donau, Main, Inn und Isar betrieben.

Teichwirtschaft

Die Erwerbsteichwirtschaft ist in Bayern sehr klein strukturiert. Es gibt nur sehr wenige Haupt-, aber eine sehr große Anzahl an Nebenerwerbsbetrieben: Etwa 80 % aller Teichwirtschaftsbetriebe Deutschlands liegen in Bayern.

Auf einer Teichfläche von etwa 20 000 ha wird in Bayern traditionelle Karpfenteichwirtschaft betrieben.

Neben den Karpfen werden noch Schleien, Hechte, Zander, Welse und bedrohte Kleinfischarten aufgezogen. Karpfenteiche stellen als eine der wenigen verbliebenen Flachgewässer Rückzugsgebiete für seltene Pflanzen und Tierarten dar. Als Ausgleich der Einkommensverluste bei extensiver Bewirtschaftung bietet der bayerische Staat Fördermittel über das Vertragsnaturschutz- (VNP) und das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) an. Im Jahr 2016 wurden so über das KULAP rd. 470.000 € und über das VNP rd. 617.000 € ausbezahlt. Auch für das Jahr 2017 wird von einer ähnlich hohen Förderung ausgegangen. Die endgültigen Daten für 2017 standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Forellenbetriebe konzentrieren sich in Bayern in den voralpinen Regionen Schwabens und Oberbayerns sowie den Mittelgebirgslagen Niederbayerns, der Oberpfalz und Oberfrankens, denn sie benötigen ständigen Zulauf von klarem, kühlem und sauerstoffreichem Wasser.

Etwa ein Drittel der in Deutschland insgesamt produzierten Forellen stammt aus bayerischen Anlagen.

Zwar nimmt die Regenbogenforelle nach wie vor den ersten Rang in der Forellenteichwirtschaft ein, doch stieg in den letzten Jahren die Bedeutung des Saiblings als Speisefisch deutlich an. Für den Besatz der freien Gewässer werden neben den genannten Arten auch Bachforelle, Seesaibling und in geringem Umfang Äsche und Huchen aufgezogen.

Weitere Daten zum Umfang der Fischerzeugung finden Sie hier.

Angelfischerei

Nach Schätzungen üben in Bayern etwa 280 000 Personen die Angelfischerei aus. Etwa die Hälfte davon ist im Landesfischereiverband organisiert. Die staatliche Fischerprüfung legten im Durchschnitt der Berichtsjahre 10 300 Kandidaten ab, davon etwa 90 % mit Erfolg. In der Angelfischerei wurden in den Jahren 2016 und 2017 aus der Fischereiabgabe Fördermittel in Höhe von insgesamt 4.445.644 € zur Schaffung der Durchgängigkeit und zur Renaturierung von Fließgewässern, für Arten- und Gewässerschutzprojekte, für Besatzmaßnahmen im Rahmen von Artenhilfsprogrammen, für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, für die Jugendarbeit und für den Fischgesundheitsdienst eingesetzt.

Staatliche Maßnahmen

  • Gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) wurden für die Schaffung eines „Netzwerkes Kormorane in Bayern“ zwei befristete Projektstellen (Kormoranmanager) finanziert. Die Kormoranmanager sorgen für die Bekanntmachung und Anwendung des „Leitfadens zum Kormoranmanagement“ und bauen ein Netz an ehrenamtlichen Kormoranberatern auf. Im Berichtszeitraum wurden dazu rd. 81.000 € aufgewendet.
  • Für die erwerbsmäßige Fischerei wurden im Berichtszeitraum Fördermittel in Höhe von 5,8 Mio. € bewilligt (davon 75 % aus EU- und 25 % aus Landesmitteln). Ziel der Förderung ist, die Produktionsbedingungen, die Qualitätsstandards und die Wertschöpfung zu verbessern sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen zu stärken, die besonders durch die Karpfenteichwirtschaft geprägt sind (die sog. „Fischwirtschaftsgebiete“). Grundlage der Förderprogramme ist der Europäische Meeres- und Fischereifonds (EMFF).
  • Zu den Verpflichtungen aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der Flora-Fauna-Hapitat-Richtlinie (FFH) gehören regelmäßige Bestandserfassungen. Im Jahr 2007 begann dazu eine Fischartenerhebung, deren Ergebnisse in einer zentralen Datenbank am Institut für Fischerei gesammelt werden. Die Personal- und Sachkosten dazu wurden im Berichtszeitraum mit insgesamt 77.350 € bezuschusst.
  • Aus Mitteln der Fischereiabgabe wurden im Berichtszeitraum 158.715 € für Untersuchungen zur Ursache von Fischkrankheiten in freien Gewässern (Bachforellensterben) und zur Nährstoffzusammensetzung in bayerischen Seen eingesetzt.
  • Ferner werden Projekte zum Fischottermonitoring, zu Teichwirtschaft & Naturschutz und zur Erfolgskontrolle bei Artenhilfsprogrammen durchgeführt.