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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/eu-direktzahlungen.html

EU-Direktzahlungen

Seit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP-Reform) im Jahr 2015 erhalten Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe eine Basisprämie in Verbindung mit der Aktivierung von Zahlungsansprüchen (ZA). Mit der Beantragung der Basisprämie verpflichten sich die Betriebsinhaber auch zur Einhaltung der dem Klima- und Umweltschutz förderlichen Landbewirtschaftungsmethoden (Greening), wofür zusätzlich die Greeningprämie (ca. 86 €/ha) gewährt wird. Auf Antrag erhalten Landwirte eine Umverteilungsprämie für die ersten 30 ZA (ca. 50 €/ha) sowie eine verringerte Umverteilungsprämie für weitere 16 ZA (ca. 30 €/ha). Junglandwirte mit Anspruch auf die Basisprämie können zusätzlich für maximal 90 aktivierte ZA die Zahlung für Junglandwirte beantragen (ca. 44 €/ha).

Art und Umfang der in Bayern beantragten ZA

MerkmalEinheitHHJ 2017/Antragsjahr 2016
ZA insgesamtAnzahl3.169.4421)
Gesamtwert ZA594.619.043
Ø Wert eines ZA187,61

1) Anteil am Bund: 18,90 %

Die Aktivierung eines ZA bei der Basisprämie ist grundsätzlich nur zusammen mit 1 ha beihilfefähiger Fläche möglich.

Aufteilung der Direktzahlungen in Bayern 2017 gemäß VO (EG) Nr. 73/2009 (EU-Haushaltsjahr 2017/Antragsjahr 2016)

Direktbeihilfe je Betrieb (€)Anzahl der BegünstigtenAnteil der Gesamtzahl der Begünstigten (%)Absolute Beihilfenhöhe (Mio. € 1))Anteil der Beihilfe an der Gesamtbeihilfe (%)
unter 500 € 3.8743,661,420,14
500 – 2.00020.36419,2424,852,50
2.000 – 5.00023.47322,1779,388,00
5.000 – 10.00023.73922,42167,3716,86
10.000 – 50.00033.27531,43636,1164,09
50.000 – 100.0001.0090,9564,636,51
100.000 – 200.0001090,1113,831,39
200.000 – 300.000110,012,720,27
300.000 oder mehr502,280,23
Summe105.859100,00992,60100,00

1) Modulation bereits abgezogen.

105 859 Betriebe erhielten in Bayern im EU-Haushaltsjahr 2017 knapp 0,993 Mrd. € Direktzahlungen. Im Durchschnitt erhielt ein Direktzahlungsempfänger im EU-Haushaltjahr 2017 rd. 9.380 €. 32 % der Betriebe mit den höchsten Direktzahlungen erhielten rd. 72 % Fördermittel. Rd. 45 % der Direktzahlungsempfänger erhielten weniger als 5.000 €.

Flächenzahlungen der 1. und 2. Säule sind an die Einhaltung von Verpflichtungen im Rahmen von Cross Compliance (CC) gebunden.

Wie in den vergangenen Jahren lagen auch 2016 die Beanstandungsschwerpunkte bei den systematischen Kontrollen im grünen Bereich (Umwelt, Pflanze) bei der Nitratrichtlinie sowie in deutlich geringerem Umfang bei den Regelungen zum Pflanzenschutz und den GLÖZ-Standards (Erhaltung der Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand). Ein Großteil der Verstöße wurde mit leicht (1 % Kürzung) bzw. mittel (3 % Kürzung) bewertet.

Im weißen Bereich (Gesundheit von Mensch und Tier, Tierschutz) sind es bei den systematischen Kontrollen wiederholt die Anforderungen zur Tierkennzeichnung (Rinder-, Schaf- und Ziegenkennzeichnung sowie Schweinekennzeichnung) und dabei insbesondere die der Rinderkennzeichnung, die zu den häufigsten Beanstandungen führten. Bei der Rinderkennzeichnung wurde die Mehrzahl der Verstöße als leicht bewertet, während bei der Kennzeichnung von Schweinen, Schafen und Ziegen die ganze Bandbreite von leicht, mittel und schwer (5 % Kürzung) vorkam. Des Weiteren gab es Beanstandungen bei der Lebensmittelsicherheit sowie beim Tierschutz bei den landwirtschaftlichen Nutztieren.

Die CC-Kürzungen in der 1. und 2. Säule stiegen im Jahr 2016 im Vergleich zu den Vorjahren an. Gemessen an den gesamten Zahlungen der 1. bzw. 2. Säule liegen die CC-Kürzungen im Jahr 2016 bei 0,18 %. Bei den kontrollierten Betrieben liegt der durchschnittliche Kürzungssatz bei 3,75 %. Die angewendeten CC-Kürzungen umfassten im Jahr 2016 einen Betrag von rd. 2.410.000 €, im Jahr zuvor waren es noch 2.041.000 €. Die aufgeführten Kürzungsbeträge beziehen sich auf alle durchgeführten systematischen und anlassbezogenen Kontrollen.