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Energetische Nutzung

Die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Ressourcenschonung und zur Stärkung der heimischen Wirtschaft. Nach der letzten verfügbaren Statistik wurden in Bayern mehr als 10 % des Primärenergieverbrauchs über Biomasse bereitgestellt. Damit ist Biomasse weiterhin der bedeutendste erneuerbare Primärenergieträger.

Bioenergie kann Schwankungen der volatilen erneuerbaren Energien ausgleichen und durch bedarfsgerechte Stromerzeugung zur Versorgungssicherheit beitragen. Insbesondere im ländlichen Raum stärkt die Nutzung von Bioenergie die regionale Wirtschaftskraft.

Biogas

Die Substratversorgung der bayerischen Biogaserzeugung hat sich in den Jahren 2016 und 2017 nicht wesentlich gegenüber den Vorjahren verändert. In ähnlichem Umfang, mit leicht steigender Tendenz, wurde das nicht durch die Tierhaltung genutzte Grünland energetisch verwertet (ca. 90 000 bis 100 000 ha) und auf Ackerland Energiepflanzen angebaut (ca. 250 000 ha). Auch weiterhin dominieren Mais, Gülle und Mist zusammen mit Gras-, Kleegras- und weitere Ganzpflanzensilagen den Substratmix. Zunehmend wird der Maisanbau mit Untersaaten, Mischungen, Blühstreifen optimiert (2017: ungefähr 10 000 ha) und die bisherige maisbetonte Substratmischung durch die Zuckerrübe und Dauerkulturen ergänzt oder ersetzt. Ungefähr 30 bis 35 % der 559 000 ha Maisanbaufläche im Jahr 2017 wurden in Biogasanlagen genutzt.

Zusammenfassend werden für die Substratversorgung der bayerischen Biogasanlagen weiterhin rd. 12 % der Ackerfläche und 8 bis 9 % der Dauergrünlandfläche bewirtschaftet. Dies entspricht gut 10 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Durch den Zubau der güllebetonten Hofbiogasanlagen konnte die energetische Nutzung der Reststoffe aus der Tierhaltung (Gülle, Mist, Futterabfälle u. a. m.) weiter gesteigert werden.

Ende 2017 waren in Bayern 2 493 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von 1 025 Megawatt (MW) sowie Biomethananlagen mit einer Äquivalenzleistung in Höhe von 47 MW in Bayern installiert.

Der Neuanlagenzubau beschränkt sich seit 2012 mit wenigen Ausnahmen auf kleine, güllebetonte Hofbiogasanlagen. Zwischen den Jahren 2012 und 2014 ist der Neubau beinahe zum Erliegen gekommen. Seit 2015 werden in Bayern wieder vereinzelt Neuanlagen errichtet. Bei den 69 Neuanlagen im Jahr 2016 sowie den 47 Neuanlagen im Jahr 2017 handelt es sich mit drei Ausnahmen um kleine Hof-Biogasanlagen, die zu mindestens 80 Massenprozent Gülle und Mist einsetzen und maximal eine installierte Nennleistung von 75 Kilowatt aufweisen. Im gleichen Zeitraum wurden nur vereinzelt Biogasanlagen still gelegt.

Auch in den Jahren 2016 und 2017 haben viele der vorhandenen Biogasanlagen auf eine flexible Stromerzeugung umgestellt. Hierfür wurde die installierte elektrische Nennleistung um rd. 130 MW erhöht, um freie Kapazitäten für eine bedarfsgerechte Stromerzeugung zu erlangen. Im Gegensatz zu Windenergie- und Photovoltaikanlagen können Biogasanlagen den Strom flexibel und bedarfsgerecht erzeugen. Biogas wird dazu zunächst gespeichert und kann dann entsprechend der Nachfrage zu Strom und Wärme umgewandelt werden.

Wärme aus Biomasse

Holz ist der wichtigste erneuerbare Energieträger für die Wärmeerzeugung. Als Scheitholz, Hackschnitzel oder in Form von Pellets wird Holz umweltfreundlich und mit hohen Wirkungsgraden verwertet. So werden in Bayern im langjährigen Trend jährlich etwa 6 Mio. Tonnen Holz atro (absolut trocken, überwiegend in Form von Scheitholz) bzw. rd. 14 Mio. Festmeter Holz vorwiegend zur dezentralen Wärmeerzeugung in Haushalten genutzt.

Im Jahr 2014 wurden in Privathaushalten rd. 7 Mio. Festmeter und in Holzheiz(kraft)werken rd. 5,6 Mio. Festmeter Holz verbrannt. Der Verbrauch der mittleren Feuerstätten in Industrie und Dienstleistung lag 2014 bei 0,9 Mio. Festmeter Holz. Der leicht rückläufige Verbrauch von Energieholz in den letzten Jahren kann durch mildere Winter ohne lange Frostperioden sowie die niedrigen Heizölpreise erklärt werden. Langfristig ist bei den privaten Haushalten auch wegen der Anstrengungen zur Energieeinsparung im Gebäudebereich mit einem sinkenden Energieholzverbrauch zu rechnen. In Bayern gibt es nach neuesten Erhebungen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft rd. 3 400 Biomasseheiz(kraft)werke, rd. 2,2 Mio. Holzöfen und offene Kamine, davon sind 430 000 Stückholz- oder Hackschnitzelheizungen.

Biokraftstoffe

Von der Anbaufläche für Raps in Bayern (ca. 110 000 ha) wurde der überwiegende Anteil (86 000 ha) zur Produktion von Biokraftstoffen wie Rapsölkraftstoff oder Biodiesel genutzt. Der bei der Erzeugung von Rapsöl anfallende Presskuchen ist ein wertvolles Futtermittel und damit ein zentraler Bestandteil der bayerischen Eiweißstrategie, um den Import von Soja aus Übersee zu vermeiden.