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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/eiweisspflanzen.html

Eiweißpflanzen (Großkörnige Leguminosen)

Seit 2015 erlebte der Leguminosenanbau in Bayern einen Aufschwung. Gefördert wurde diese Entwicklung u. a. durch die Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie die Novellierung des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP). Die damit verbundenen Fördermöglichkeiten von Leguminosen waren mit entscheidend für den Anstieg der Anbaufläche bei Leguminosen, der sich auch 2016 und 2017 fortsetzte.

Der konventionelle Anbau von Leguminosen hat sich seit 2014 verdoppelt. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre standen im Jahr 2017 19 % mehr Erbsen und 53 % mehr Ackerbohnen auf den Feldern. Der Anteil der konventionellen Flächen an der Gesamtfläche beträgt bei Erbsen 80 %, bei Ackerbohnen 39 %.

Die oft unzureichende Wettbewerbsfähigkeit von Erbsen und Ackerbohnen als Marktfrüchte sowie die kleinstrukturierten Anbaubedingungen in Bayern machten es bislang schwer, die von der Futtermittelindustrie geforderten großen Partien anzubieten. Für viehhaltende Betriebe ist die betriebsinterne Verfütterung häufig eine interessante Alternative. Anreize dafür werden am Markt u. a. durch die Zunahme von Produkten „ohne Gentechnik“ geschaffen, insbesondere am Milchmarkt. Damit ergeben sich Möglichkeiten einer rentablen Bereitstellung und Nutzung heimischer Eiweißfuttermittel, die darüber hinaus zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung beitragen.

Trotz positiver Marktentwicklungen ist davon auszugehen, dass die ab 2018 geltenden Änderungen im Rahmen der Greening-Verpflichtungen (Verbot von chemischem Pflanzenschutz) den Anbau von Körnerleguminosen schwächen werden. Die Wiederaufnahme der Förderung einer vielfältigen Fruchtfolge mit Leguminosen im Rahmen des KULAP lässt dagegen ab 2018 positive Impulse für den Anbau von Körnerleguminosen erwarten.

Anbau von Leguminosen* in Bayern

JahrAnbaufläche (1.000 ha)Ertrag (dt/ha)Erntemenge (1.000 t)
Futtererbsen
201616,330,149,1
201714,730,745,2
Ackerbohnen
20166,336,322,7
20179,028,025,1

Quelle: Statistisches Bundesamt 2018

*Die Leguminose Sojabohne wird von der Systematik den Ölfrüchten zugeordnet (vgl. Ölfrüchte).

Bayerische Eiweißinitiative

Eiweiß ist eine wichtige Futterkomponente in der Nutztierhaltung. Große Teile des bayerischen Eiweißbedarfs werden derzeit durch den Import von gentechnisch veränderten Sojaprodukten aus Übersee gedeckt. Dabei bleiben in einigen Bereichen die vorhandenen, regionalen Potenziale einer alternativen Eiweißversorgung in Bayern ungenutzt. Hinzu kommt, dass der Sojaanbau in den Exportländern aufgrund der ökologischen Auswirkungen in der Kritik steht (Rodung von Regenwald, Umbruch geschützter Savannenlandschaften) und die Verbraucher vermehrt regionale, nachhaltig erzeugte und ohne Gentechnik produzierte Lebensmittel nachfragen.

Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2011 die Bayerische Eiweißinitiative auf den Weg gebracht. Sie verfolgt das Ziel, heimische Eiweißfuttermittel besser zu nutzen, Eiweißimporte aus Übersee zu reduzieren sowie den Eiweißbedarf in der ökologischen Tierhaltung in Bayern ausschließlich aus heimischer Erzeugung zu decken. Weitere Ziele sind die nachhaltige Förderung des Grünlands und der Leguminosen in Bayern sowie die Stärkung der Wertschöpfung durch heimische Eiweißpflanzen.

Arbeitsfelder und Ergebnisse

Die Stärken der Bayerischen Eiweißinitiative liegen in der engen Verzahnung von Forschung und Beratung für einen verbesserten Wissenstransfer. Das Kernstück bilden Forschungsprojekte aus den Bereichen Pflanzenbau, Tierernährung, Ökonomie und Markt. Durch Beratungsinitiativen, die Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben und Marktpartnern, sowie Fachveranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit wird die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis gefördert.

Die Rahmenbedingungen der letzten Jahre sowie die Aktivitäten der Bayerischen Eiweißinitiative haben bisher zu folgenden Ergebnissen geführt:

  • Steigerung der Sojaanbaufläche von ca. 3 000 ha in 2011 auf ca. 8 400 ha im Jahr 2017;
  • Einsparung von Sojaextraktionsschrot in der Rinderfütterung um ca. 30 %;
  • Einsparung von Sojaextraktionsschrot in der Schweinefütterung um ca. 21 %.

Weitere Informationen zur Bayerischen Eiweißinitiative finden Sie hier.