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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/diversifizierung.html

Diversifizierung

Ziel bayerischer Agrarpolitik ist die Sicherung einer möglichst großen Anzahl an selbstständigen landwirtschaftlichen Unternehmen.

Betriebe mit Diversifizierung stärken nachhaltig die Attraktivität der ländlichen Räume als Wohn- und Wirtschaftsstandort und wirken sich positiv auf Wachstum und Beschäftigung aus. Dies ist angesichts des demographischen Wandels und der Landflucht, unter dem gerade die ländlichen Regionen zunehmend leiden, von großer Bedeutung.

Als Sammelbegriff steht Diversifizierung für alle Einkommensalternativen, die auf der Urproduktion aufbauen oder von der Urproduktion unabhängig sind. Diversifizierung kann die wirtschaftliche Situation landwirtschaftlicher Betriebe verbessern und die Risikoanfälligkeit des Gesamtunternehmens verringern. Die zusätzlichen unternehmerischen Tätigkeitsfelder reichen vom außerlandwirtschaftlichen Zuerwerb über den Agrotourismus, erlebnisorientierte Angebote, Direktvermarktung und Bauernhofgastronomie, bis hin zur Erzeugung und Verwertung nachwachsender Rohstoffe und zu Angeboten im Bereich der sozialen Landwirtschaft.

Von den landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als 5 ha haben etwa 61 % zumindest eine Art der unternehmerischen Einkommensalternative. Von den Einkommensalternativen werden 45 % als Nebenbetrieb der Landwirtschaft, das heißt nicht gewerblich, geführt.

Diversifizierung ist ein Hauptgrund für die noch heute hohe Anzahl an landwirtschaftlichen Betrieben in Bayern. Der hohe Anteil der Betriebe mit Einkommenskombinationen zeigt das Engagement der Landwirtschaft auf, durch vielseitiges unternehmerisches Handeln eine höhere Wertschöpfung als in der landwirtschaftlichen Urproduktion zu erzielen.

Häufig vorkommende Diversifizierungsformen (als Nebenbetrieb der Landwirtschaft) sind:

  • Gewinnung von Festbrennstoffen (ohne die der Urproduktion zugeordneten Forstwirtschaft);
  • Erzeugung erneuerbarer Energien;
  • landwirtschaftsnahe Dienstleistungen für andere Landwirte, Gewerbe- und Privatkunden sowie die öffentliche Hand, z. B. Winterdienst, Landschaftspflege;
  • die Verarbeitung und Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, einschließlich der Bauernhofgastronomie;
  • erlebnisorientierte Angebote auf dem Bauernhof für die verschiedensten Zielgruppen;
  • der Agrotourismus, insbesondere in Urlaubsregionen, z. B. Alpenvorland, Bayerischer Wald und
  • die Pensions- und Reitsportpferdehaltung.

Die Bayerische Staatsregierung unterstützt die Landwirte bei der Diversifizierung und Einkommenskombination durch eine breite Palette von Maßnahmen und Initiativen. So z. B. durch:

  • neun spezielle Fachzentren für Diversifizierung und Strukturentwicklung an den Ämtern für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (ÄELF);
  • Vermittlung von Diversifizierung als Lerninhalt in der landwirtschaftlichen Fachbildung;
  • zahlreiche Qualifizierungsmaßnahmen der ÄELF. Diese Qualifizierungen im Rahmen eines bayernweiten, modular aufgebauten Qualifizierungskonzeptes werden in der Akademie für Diversifizierung gebündel. Die Angebote sind online buchbar;
  • Investitionsanreize zur Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen aus selbständiger Tätigkeit im ländlichen Raum;
  • Bereitstellung von Kalkulationsinstrumenten, Kennzahlen und weiteren Informationsunterlagen zur Diversifizierung durch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.