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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/buergermitwirkung-und-planung.html

Bürgermitwirkung und Planung

Wesentliche Verantwortung zum Gelingen aller Projekte tragen die zahlreichen Vorstandsmitglieder der rd. 1 150 Teilnehmergemeinschaften (Flurneuordnung und Dorferneuerung). Ihr Engagement zur Entwicklung von Regionen, Dörfern und Landschaften unterstützen fast 6 500 Bürgerinnen und Bürger, die in Arbeitskreisen daran mitarbeiten, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.

Die Mitwirkungsbereitschaft in den Projekten der Ländlichen Entwicklung zeigt sich auch darin, dass die Menschen auf das dörfliche Gemeinschaftsleben besonderen Wert legen. 2016/2017 wurden 56 neue Gemeinschaftshäuser, zum Teil mit enormen unentgeltlichen Arbeitsleistungen der Bürgerinnen und Bürger, geschaffen und ihrer Bestimmung übergeben.

Flurneuordnung

Mit Einleitung eines Verfahrens nach dem Flurbereinigungsgesetz schließen sich die Grundstückseigentümer zu einer Teilnehmergemeinschaft zusammen. Sie ist Körperschaft des öffentlichen Rechts und „Behörde auf Zeit“. Der aus gewählten Bürgern und einem beamteten Vorsitzenden zusammengesetzte Vorstand bildet dabei das zentrale Entscheidungsgremium. Aus „Betroffenen“ werden so „Beteiligte“. Das ist praktizierte Bürgermitwirkung.

Die Delegation von Aufgaben der staatlichen Verwaltung auf die Teilnehmergemeinschaft entspricht dem traditionellen bayerischen Genossenschaftsprinzip und ist ein Vorzeigebeispiel für flexibles staatliches Handeln und Bürgermitverantwortung.

Dorferneuerung

Bei der Dorferneuerung ist die Aktivierung und Einbindung der Dorfbewohner in die Planungs- und Entscheidungsprozesse ein zentrales Anliegen.

In der Planungsphase steht der Dialog mit Bürgern und Planungsträgern im Mittelpunkt. Das mobilisiert die Eigenkräfte und stärkt das Selbstbewusstsein sowie die Ortsverbundenheit und das Heimatgefühl. Gleichzeitig erhöht diese Vorgehensweise wesentlich die Akzeptanz staatlicher und kommunaler Vorhaben.

Die dazu notwendige Bildungs- und Informationsarbeit erfolgt in Arbeitskreisen, Versammlungen, Sprechtagen, Ortsbegehungen und öffentlichen Vorstandssitzungen.

Die drei Schulen der Dorf- und Land- bzw. Flurentwicklung (Klosterlangheim, Plankstetten und Thierhaupten) dienen als Informations- und Diskussionsplattform für Bürger, Gemeinderäte und Fachreferenten, um Projekte der Integrierten Ländlichen Entwicklung, Dorferneuerung und Flurneuordnung vorzubereiten. Diese „Schulen“ haben sich mittlerweile als wichtige Fortbildungseinrichtungen für Themen des ländlichen Raums etabliert. Mit ihrem Angebot an Seminaren, Fachexkursionen, Workshops und Klausurtagungen bringen sie Kommunalpolitiker, Bürger, Planer und Fachleute der Ländlichen Entwicklung zusammen. Insgesamt über 3 000 Veranstaltungen mit fast 80 000 Teilnehmern seit 1992 zeugen von der Erfolgsgeschichte dieser Einrichtung. Allein in den Jahren 2016/2017 waren es 367 Veranstaltungen mit 7 835 Teilnehmern.