Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/boden-und-erosionsschutz.html

Boden- und Erosionsschutz

Die Böden sind die Grundlage unseres Lebens und Wirtschaftens sowie Basis der Lebensmittel- und Futtermittelerzeugung. Sie sind eine begrenzte, in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbare Ressource und bedürfen deshalb eines besonderen Schutzes.

Erosionsschutz

Die Bodenerosion stellt neben der Inanspruchnahme für außerlandwirtschaftliche Zwecke die derzeit größte Gefährdung der Böden dar. Sie kann außerdem dazu führen, dass durch den Eintrag von Oberboden und Nährstoffen Oberflächengewässer beeinträchtigt oder z. B. Siedlungsbereiche oder Straßen verschlammt werden.
In Bayern sind Ackerflächen insbesondere von Wassererosion betroffen. Steile Hänge, in Gefällerichtung bewirtschaftete Felder ohne Raine, Hecken o. ä. sowie mangelnde Bodenbedeckung fördern die Erosion. Der Erosionsatlas von Bayern zeigt die Risiken von Bodenerosion in ihrer räumlichen Differenzierung. Von Bodenerosion sind insbesondere die Ackerbaulagen des nieder- und oberbayerischen Hügellandes sowie der Mainfränkischen Platten bedroht.

Außergewöhnlich heftige Starkregen haben im Mai und Juni 2016 in vielen Gebieten Bayerns Bodenabschwemmungen, Sturzfluten und Überschwemmungen ausgelöst. Die materiellen Schäden überschreiten nach Schätzungen die Milliarden-Euro-Schwelle. Eine Dokumentation der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) führt Beobachtungen im Gelände und Datenauswertungen zur Intensität und räumlichen Verbreitung der Starkregen sowie zur Landnutzung einiger Starkregengebiete zusammen (veröffentlicht in der Schriftenreihe der LfL, Heft 2/2017). Die Beobachtungen bestätigen: Wichtigste Erosionsschutzmaßnahme in Maisfruchtfolgen ist deshalb eine möglichst durchgehend hohe Bodenbedeckung. Die Arbeitsgruppe Erosionsschutz veröffentlichte deshalb 2017 auch neue Handlungsempfehlungen zum Erosionsschutz.

Darüber hinaus werden mit verschiedenen Fördermaßnahmen wie dem bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) die bayerischen Landwirte unterstützt, um der Bodenerosion – über die verpflichtenden Vorgaben hinaus – wirksam entgegenzuwirken. Für den Schutz der Ackerflächen sind mulchende Bestellverfahren vor allem bei Mais von größter Bedeutung. Im Berichtszeitraum werden die KULAP-Maßnahmen „Mulchsaatverfahren bei Reihenkulturen“ auf 32 415 ha, „Streifen-/Direktsaatverfahren bei Reihenkulturen“ auf 1 448 ha umgesetzt.

Im Rahmen der Initiative boden:ständig zum Boden- und Gewässerschutz setzt die Verwaltung für Ländliche Entwicklung auf eine enge Partnerschaft von Landwirten, Gemeinden und Fachverwaltungen. Zentrales Anliegen der Initiative ist es, die Erosion und den Eintrag diffuser Nährstoffe in die Bäche mittels erosionsvermindernder Bewirtschaftungsmethoden und Maßnahmen zum Wasser-, Boden- und Nährstoffrückhalt in der Flur auf privaten und kommunalen Flächen zu verringern. Kernelement ist das Prinzip der Freiwilligkeit. Bis Ende 2017 wurden boden:ständig-Projekte bereits in 52 ausgewählten Gebieten Bayerns gestartet.