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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/biooekonomie.html

Bioökonomie

Ein auf internationaler und nationaler Ebene derzeit viel diskutierter Ansatz ist die sogenannte „biobasierte Wirtschaft“ oder „Bioökonomie“. Dieses Wirtschaftskonzept orientiert sich an natürlichen Stoffkreisläufen und sieht einen grundlegenden Strukturwandel vor: Eine auf endlichen Ressourcen basierte Wirtschaft soll kontinuierlich in eine zukunftsfähige, nachhaltige und biobasierte Wirtschaftsweise überführt werden. Produkte der Bioökonomie, die aus nachwachsenden Ressourcen umweltschonend hergestellt werden, überzeugen in vielen Fällen durch ihre Umwelt- und Gesundheitsvorteile. Als Hightech-Produkte sind sie herkömmlichen Materialien oft auch in ihren Eigenschaften deutlich überlegen. So sind biogene Ressourcen nicht bloßer Ersatz – sie sind echter Fortschritt. Auch in Bayern gibt es dafür Beispiele wie Geotextilien als Erosionsschutz oder Chemikalien aus Mühlennebenprodukten.

Der bayerische Ansatz identifizierte frühzeitig Handlungsfelder, die für die Entwicklung der Bioökonomie besonders bedeutsam sind. Gleichzeitig werden aber auch Bereiche aufgezeigt, die bisher nicht ausreichend entwickelt wurden oder bei denen besondere Hemmnisse bestehen. Wichtige Handlungsfelder sind u. a.:

  • Entwicklung und Verbesserung biobasierter Produkte
    Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Bayerns kann diese Ausrichtung ein bedeutender Schritt sein. Es gilt, auf biogenen Rohstoffen basierende Produkte nicht nur zu entwickeln oder zu verbessern, sondern auch Markthürden konsequent abzubauen, damit sich diese Produkte durchsetzen können. Mehr als bisher sollen Anstöße für neue Produktentwicklungen aus den Materialwissenschaften und der verarbeitenden Wirtschaft selbst kommen.
  • Ausbau der nationalen und internationalen Vernetzung
    Neben einer engen Verzahnung mit den Politikstrategien von EU und Bund geht es hierbei vor allem darum, durch die Einbeziehung wirtschaftlicher Akteure auch internationale Chancen gezielt für Bayern zu nutzen.
  • Kommunikation sozioökonomischer Vorteile
    Damit sich Bioökonomie in Bayern langfristig durchsetzen kann, müssen deren Vorteile für Wirtschaft, Konsumenten und Gesellschaft aktiv kommuniziert werden. Nur wenn alle Beteiligten von Bioökonomie überzeugt sind und die notwendigen Veränderungen mittragen, kann das Konzept erfolgreich sein.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat anlässlich des Bioökonomie-Symposiums am 16. November 2017 die Fortsetzung der Tätigkeit des Sachverständigenrates Bioökonomie Bayern bekannt gegeben. Der Sachverständigenrat ist paritätisch aus Vertretern der Wissenschaft und der Wirtschaft zusammengesetzt und wird für drei Jahre berufen (2018 –- 2020). Er hat einen engen Bezug zur Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft und soll die Entwicklung von einer auf fossilen Rohstoffen basierten Wirtschaft zu einer biobasierten Wirtschaft konstruktiv begleiten sowie Schwerpunkte setzen. Die Geschäftsstelle des Sachverständigenrates hat ihren Sitz unter dem Dach des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing (organisatorisch bei C.A.R.M.E.N. e. V.).