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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/bienen.html

Bienen

Die wichtige ökologische Bedeutung der Bienenhaltung durch die Bestäubung zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen wird in der Gesellschaft allgemein anerkannt und damit auch die Entwicklung der heimischen Bienenhaltung zunehmend aufmerksam verfolgt.

Die gezielte Förderung der Imker-Nachwuchsarbeit in Vereinen und Schulen durch ein spezielles Programm des Freistaates Bayern hat im Berichtszeitraum zu einem weiteren Anstieg der Mitgliederzahlen in den drei bayerischen Imkerlandesverbänden geführt. In diesen waren zum Ende des Berichtszeitraumes rd. 32 000 aktive Mitglieder (Bienenhalter) organisiert. Die Gesamtzahl der Mitgliedschaften lag bei rd. 38 000.

Durchschnittlich halten die bayerischen Imker sieben Bienenvölker überwiegend als Freizeitbeschäftigung und Nebenerwerb. Berufsimkerei im Neben- und Vollerwerb ist nur wenigen spezialisierten Betrieben möglich. Von den Imkerlandesverbänden wurden zum Ende des Jahres 2017 rd. 239 000 Bienenvölker gemeldet – dies entspricht rund einem Drittel des deutschen Bienenvölkerbestandes.

Das Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) ist über seine angeschlossene Fachberatung in den Bezirken ein kompetenter und neutraler Ansprechpartner für alle Imker. Es beteiligte sich im Berichtszeitraum weiterhin an der Überwachung von Verlusten bei Honigbienenvölkern im Rahmen des deutschen „Bienenmonitorings“. Das Fachzentrum arbeitet zudem in enger Absprache mit dem Julius-Kühn-Institut (JKI) an einem Untersuchungsprogramm zur Wirkung von Neonicotinoiden auf Bienen mit. Zudem beteiligt sich das Institut an einem von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderten Versuch zur Erschließung eines neuen Wirkstoffes in der Varroabekämpfung und ist als Träger der neutralen staatlichen Leistungsprüfung zudem ein bedeutender Datenlieferant für die gesamtdeutsche Zuchtwertschätzung.

Insgesamt wurden in den Jahren 2016 und 2017 rd. 2,15 Mio. € zur direkten Förderung der Bienenhaltung bereitgestellt, wovon 590.000 € auf EU-Mittel entfielen. Einen wesentlichen Anteil hatten die Maßnahmen „Imkern auf Probe“ und „Imkern an Schulen“, wofür in beiden Jahren über 770.000 € aufgewendet wurden. Weitere Förderschwerpunkte waren die Fortbildungsveranstaltungen durch Imkervereine. Die Wissensvermittlung um die Bekämpfung der Varroose wird weiter als ein wichtiger Schwerpunkt gesehen. Die Förderung der Honiganalysen ging zum Ende des Berichtszeitraumes auf den Bienengesundheitsdienst über.

Die Honigernte war im Jahr 2016 regional sehr unterschiedlich und nur im Jahr 2017 meist zufriedenstellend bis gut. Die Frühtracht blieb insbesondere in 2017 witterungsbedingt vielerorts hinter den Erwartungen zurück. Im Winter 2016/2017 lagen die Völkerverluste bei durchschnittlich 18 %. Auch hier gab es regional starke Unterschiede. Im langjährigen Durchschnitt werden pro Volk 20 bis 25 kg Honig geerntet.

Heimischer Honig genießt eine hohe Wertschätzung. Allerdings liegt der Selbstversorgungsgrad in Bayern nur bei rd. 50 % (Deutschland: 30 %). Der Honigverbrauch lag in Bayern in 2017 bei rd. 13 000 Tonnen und der bayerische Außenhandelssaldo (Import minus Export) betrug rd. 8 300 Tonnen. Die heimische Honigernte, welche die bayerischen Imkerinnen und Imker meist direkt vermarkten betrug rd. 6 800 Tonnen. Darüber hinaus bestehen auch drei Honigerzeugergemeinschaften. Für Honig gibt es zudem die Möglichkeiten einer Zertifizierung nach „Geprüfte Qualität – Bayern“ bzw. nach ökologischen Kriterien. Für Bio-Imker wird seit Anfang 2014 ein Kontrollkostenzuschuss gewährt. In 2017 wurde dieser an 218 Antragsteller ausbezahlt. Wenige Imker vermarkten auch Bienenprodukte wie Wachs, Kittharz (Propolis), Pollen und Gelee Royale. Die Wertschöpfung hieraus ist aber im Vergleich zum Honig nur sehr gering.