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http://www.agrarbericht-2018.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/bewaesserung.html

Bewässerung

Aufgrund der extremen Trockenheit in Franken im April 2017 kam es bei einer Vielzahl landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturen zu trockenheitsbedingten Ertragseinbußen. Vielfach konnte ohne künstliche Bewässerung ein ausreichender Kulturerfolg nicht sichergestellt werden. Bewässerung ist ein wichtiges Zukunftsthema und rückte bereits durch den Trockensommer 2015 stark in den Fokus.

Neben der Entnahme von Grundwasser zur Bewässerung kam es in den letzten Jahren gleichzeitig aufgrund der in den letzten Jahren wiederholt geringen Winterniederschläge zu einer geringeren Grundwasserneubildung, was zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels führte. Die langfristige Entwicklung der Grundwasserbestände bleibt abzuwarten.

Im Zuge des Klimawandels ist zur Sicherstellung der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Produktion in Zukunft eine Ausweitung der künstlichen Bewässerung notwendig. Beregnungswürdig sind vor allem gärtnerische Kulturen (Feingemüse, Einlegegurken, Obstanlagen) und Wein (v. a. Junganlagen), sowie Kartoffeln und Hopfen. Hierfür müssen zusammen mit der Umweltverwaltung langfristig tragfähige Lösungen erarbeitet werden, die insbesondere Nachhaltigkeitsanforderungen und Umweltziele im Gewässer- und Grundwasserschutz berücksichtigen. Wasserqualitäts- und Umweltziele dürfen durch die Entnahme größerer Mengen an Bewässerungswasser nicht beeinträchtigt werden.

Von Seiten der Umweltverwaltung wurde in enger Abstimmung mit dem StMELF das Pilotförderprogramm für „Konzepte zur nachhaltigen und umweltverträglichen Bewirtschaftung der Wasserressourcen“ aufgelegt.

Da bereits jetzt in Bayern in bestimmten Gebieten stark bewässert werden muss und die Bewässerung infolge der Marktanforderungen und des Klimawandels weiter zunehmen wird, ist es erforderlich, ein umfassendes Trockenheitsmanagement aufzubauen. An der Regierung von Unterfranken wird u.a. daher derzeit ein Leitfaden mit Fachinformationen zum Niedrigwassermanagement zur Steuerung von (Grund-)Wasserentnahmen erarbeitet

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising sowie die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim untersuchen intensiv Fragestellungen zur Bewässerung in allen o. g. Kulturen und stellen den Betrieben umfangreiche Fach- bzw. Beratungsinformationen zur Verfügung.

U. a. werden folgende Projekte bearbeitet:

  • In einem Forschungsprojekt zur Nutzung von radargestützten Wetterprognosen sollen die Möglichkeiten einer kulturspezifischen Steuerung der Bewässerungsanlagen vereinfacht und weiter automatisiert werden.
  • Das Projekt „Mobile Bewässerungssteuerung durch Funknetze“ hat eine Optimierung der Bewässerung im Freilandgemüsebau durch die Verwendung funkbasierter Systeme zum Ziel, die es den Landwirten ermöglicht, ihre Beregnungsanlagen zuverlässig zu bedienen, ohne direkt vor Ort sein zu müssen.
  • Für die Wasserversorgung von Kartoffeln werden sparsame Bewässerungsstrategien, v. a. Systeme zur Verlegung und Bergung von Tropfschläuchen entwickelt.
  • Um landwirtschaftliche Kulturen einem geringeren Wasserangebot anzupassen, wird die Toleranz gegenüber Trockenstress bei verschiedenen Getreidearten und bei Deutschem Weidelgras untersucht und in der Sortenentwicklung berücksichtigt.