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Betriebsformen

Standortunterschiede, ungleiche Betriebsgrößen und Verfügbarkeiten bei Arbeitskräften und Kapital sowie variierende Bedingungen beim Produktabsatz veranlassen die Landwirte, ihre Betriebe vielfältig zu organisieren. Die Aufbereitung der Buchführungsergebnisse nach Betriebsformen gibt einen Überblick über die Einkommensentwicklung in den hauptsächlichen Produktionsschwerpunkten.

Einkommenslage der Haupterwerbsbetriebe im WJ 2016/17 nach Betriebsformen (Gewinn je Unternehmen) – Schaubild 21 in höherer Auflösung


 

Ergebnisse der Haupterwerbsbetriebe nach Betriebsformen im Wirtschaftsjahr 2016/2017

MerkmalEinheitAckerbauMilchviehSonstiger FutterbauVeredlungWeinbauVerbund- betriebeInsgesamt
Anteil an der Gesamtheit%11,649,620,26,00,511,9100
Betriebsgrößeha LF74,7451,3561,0965,8212,6076,9459,42
Vergleichswert€/ha LF749557611690(283)678609
ArbeitskräfteAK/Betrieb2,541,701,551,792,361,701,78
dar. Familien-AKFAK/Betrieb1,401,541,391,591,511,451,49
Ackerfläche (AF)% LF85,744,066,494,8(23,5)86,864,6
ViehbesatzVE/ha LF(0,10)1,671,334,2401,571,52
Umsatzerlöse€/Unternehmen237.771169.998209.337416.320129.893270.775211.916
Sonstige betriebliche Erträge€/Unternehmen71.02250.12758.05777.70735.15664.75657.318
Materialaufwand€/Unternehmen75.02777.285132.568264.72830.750167.845109.433
Personalaufwand€/Unternehmen20.9175.8526.1116.84820.7226.1108.005
Abschreibungen€/Unternehmen34.27030.54828.33840.37016.07730.68930.988
Sonstige betriebliche Aufwendungen€/Unternehmen88.26652.48261.22990.79251.55479.42063.831
Gewinn€/ha LF1.1569825461.2873.357605885
Gewinn€/FAK61.51232.72824.01053.46128.04932.21435.419
Gewinn€/Unternehmen86.40250.43133.37184.73942.28846.57352.605
Gewinnrate%27,922,912,517,225,513,919,6
Gesamteinkommen€/Inhaber-ehepaar100.45757.96844.29293.11563.86757.78362.212
Änderung gegenüber 2015/2016: Gewinn%92,518,4–11,1152,0–14,250,831,7
Relativ zum Durchschnitt %16496631618089100

Die spezialisierten Milchviehbetriebe (rd. 50 % der Haupterwerbsbetriebe) steigerten den Gewinn im Mittel um 18 % gegenüber dem Vorjahresergebnis. In dieser Betriebsgruppe erhöhten sich die Umsätze aus dem Milchverkauf mit 8 % deutlich, weil der Milchpreis durchschnittlich um 1 Cent auf 34 Cent je kg (+6 %) anstieg und die Betriebe die verkaufte Milchmenge um 2 % erhöhten. Auch beim Verkauf von Rindern konnten die Milchviehbetriebe ihre Umsatzerlöse im Durchschnitt leicht steigern (+2 %). Gewinnmindernd wirkten sich vor allem die höheren Kosten für Tierzukäufe (+14 %) und die höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+10 %) aus. Die spezialisierten Milchviehbetriebe hielten durchschnittlich 50 Milchkühe (+3 %) bei einer Milchleistung von 7 192 kg je Kuh.

Bei den sonstigen Futterbaubetrieben (rd. 20 % der Haupterwerbsbetriebe) lagen die Gewinne um durchschnittlich 11 % unter dem Vorjahr. Diese Betriebe konnten die Umsatzerlöse durchschnittlich nur wenig gegenüber dem Vorjahr steigern (+1 %). Im gleichen Zeitraum führten höhere Ausgaben vor allem bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu einer Kostensteigerung um 12 %, und die Abschreibungen erhöhten sich durchschnittlich um 4 %.

In den spezialisierten Ackerbaubetrieben (rd. 12 % der Haupterwerbsbetriebe) verlief die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund der höheren Erträge im Erntejahr 2016 deutlich günstiger. Die Ackerbaubetriebe erreichten im Mittel einen Gewinnanstieg um 93 % gegenüber dem ungünstigen Vorjahr. Diese Gewinnerhöhung beruhte hauptsächlich auf höheren Umsatzerlösen in der Pflanzenproduktion (+34 %), insbesondere bei Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben und Feldgemüse. Zusätzlich konnten die Ackerbaubetriebe die Kosten für den Materialaufwand im Durchschnitt um 5 % senken.

Im Zuckerrübenanbau waren die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr stark gestiegen (+29 %), weil die Anbaufläche für Zuckerrüben je Betrieb zunahm und die Naturalerträge mit durchschnittlich 835 dt Zuckerrüben je ha (+15 %) zufriedenstellend waren.

Den spezialisierten Veredelungsbetrieben sind in Bayern 6 % aller Haupterwerbsbetriebe zuzurechnen. Im Durchschnitt dieser Betriebsgruppe erhöhten sich die Gewinne um 152 % gegenüber dem ungünstigen Vorjahr. Die Veredelungsbetriebe erwirtschaften durchschnittlich 89 % ihres Gesamtumsatzes aus der Schweinehaltung. Die Umsatzerlöse aus der Schweineproduktion lagen um 29 % über dem Vorjahresergebnis.

Auf der Kostenseite stieg der Materialaufwand um 12 %, insbesondere als Folge der höheren Ausgaben für Tierzukäufe (+37 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 20 %, die Abschreibungen um 9 %. Nach mehreren ungünstigen Wirtschaftsjahren konnten die Ferkelerzeuger im WJ 2016/2017 deutlich höhere Ferkelpreise (+29 %) erzielen. Die Betriebe weiteten den Zuchtsauenbestand um durchschnittlich 1,2 Sauen je Unternehmen aus. In der Schweinemast wurden durchschnittlich 55 Mastschweine (+4 %) je Unternehmen mehr produziert.

Bei den spezialisierten Dauerkulturbetrieben müssen sich die Aussagen auf die Weinbaubetriebe (rd. 1 % der Haupterwerbsbetriebe) Nordbayerns beschränken. Die Gewinne in den Weinbaubetrieben lagen im Mittel um 14 % unter dem Vorjahresergebnis. Ungünstige Traubenmosterträge aus früheren Jahren, aber auch die höheren Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen trugen zu diesem Ergebnis bei.

Die Gruppe der Weinbaubetriebe besteht in dieser Auswertung hauptsächlich aus kleineren Betrieben mit durchschnittlich 12,60 ha LF, die größtenteils als Rebfläche genutzt wird. Die Betriebe erzielen ihre Umsatzerlöse zu einem bedeutenden Anteil durch Direktvermarktung.

Bei den Verbundbetrieben (rd. 12 % der Haupterwerbsbetriebe) nahmen die Gewinne im Durchschnitt um 51 % gegenüber dem Vorjahr zu. Die Umsatzerlöse erhöhten sich bei den pflanzlichen Erzeugnissen im Mittel um 13 %. Die Erlöse aus dem Verkauf von Rindern und Schweinen stiegen um 23 bzw. 22 %. Im Vergleich zum Vorjahr gab es in dieser Betriebsgruppe beim Materialaufwand im Durchschnitt nur leichte Kostensteigerungen (+7 %), vor allem beim Tierzukauf (+23 %). Die Abschreibungen erhöhten sich in den Verbundbetrieben im Mittel um 4 %, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 16 %.